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Renten: Weitere Kursgewinne in Italien


15.02.21 09:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die freundliche Stimmung am Markt für italienische Staatsanleihen setzte sich in der Berichtswoche unvermindert fort, so die Experten von Union Investment.

Bei den Sondierungsgesprächen des mit der Regierungsbildung beauftragten früheren EZB-Präsidenten Mario Draghi zeichne sich immer deutlicher eine positive Lösung ab. Die Anleger hätten in Vertrauen auf eine bevorstehende Einigung kräftig am italienischen Staatsanleihemarkt zugegriffen. Zur Wochenmitte sei im Zehnjahresbereich die 0,5 Prozent-Renditemarke nach unten durchbrochen worden, aktuell liege die Verzinsung bei 0,44 Prozent.

Auf der italienischen Zinskurve hätten alle Laufzeiten Kursgewinne verzeichnet, die Renditen seien dort im Vergleich zum Vorwochenschluss um bis zu zehn Basispunkte gefallen. Die Renditedifferenz zu laufzeitgleichen deutschen Bundesanleihen habe im Zehnjahresbereich zuletzt bei 90 Basispunkten und damit auf einem neuen Tief gelegen. Hiervon habe auch der spanische Anleihemarkt profitiert. Ein in der Berichtswoche zu platzierender Langläufer Spaniens mit 50 Jahren Laufzeit habe große Resonanz bei den Anlegern gefunden und sei stark überzeichnet gewesen. Auf Indexebene hätten Staatsanleihen der Euro-Peripherie in der Berichtswoche somit ins Plus tendiert.

Deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries hätten sich in der Berichtswoche in engen Renditebahnen bewegt. Der Zinsanstieg in den USA, der seit der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten vor allem aufgrund ansteigender Inflationserwartungen zu beobachten sei, habe sich in der Berichtswoche zunächst bis 1,17 Prozent für Zehnjahrespapiere fortgesetzt.

Im Wochenverlauf hätten die Anleihekurse aber etwas angezogen, die Verzinsung der Papiere habe somit wieder leicht nachgegeben. Die US-Zinskurve habe über die langen Laufzeiten (30 Jahre) leicht flacher tendiert. Bei den Bundesanleihen seien nur geringe Renditeveränderungen zu beobachten gewesen. Die deutsche Zinskurve habe angesichts leicht höherer Renditen im langen Laufzeitbereich etwas steiler tendiert. Bundesanleihen mit 30 Jahren Laufzeit hätten mit drei Basispunkten fortgesetzt im positiven Renditebereich rentiert. In der Vorwoche sei erstmals seit August 2020 dort wieder die Nulllinie nach oben überschritten worden.

Euro-Unternehmenspapiere hätten in der Berichtswoche seitwärts bis leicht freundlich tendiert. Es habe vergleichsweise wenige Neuemissionen gegeben, auch im Rahmen der noch laufenden Berichtssaison. Anleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets, EM) hätten etwas leichter tendiert. Die Risikoaufschläge hätten sich geringfügig erhöht. Mit den nun anstehenden Feiertagen im Rahmen des anlaufenden Chinese New Year dürften sich die Märkte zunächst in etwas ruhigeren Bahnen bewegen.

Wie stark die Präferenz der Anleger für risikoreiche Papiere sei, habe in der Berichtswoche der US-amerikanische Markt für hochverzinsliche Unternehmenspapiere aufgezeigt. Erstmals habe die Rendite auf Indexebene dort die vier-Prozentmarke unterschritten.

Die jüngste Euro-Abwertung der Vorwoche habe zuletzt ihr (vorläufiges?) Ende gefunden. Die Gemeinschaftswährung habe zum Greenback nach Notierungen um 1,1950 US-Dollar je Euro gedreht und sei im Wochenverlauf wieder um zwei Cents auf 1,215 angestiegen.

Einen anhaltenden Höhenflug habe die Kryptowährung Bitcoin verzeichnet. Die Notierung sei am Freitag fast bis auf 50.000 US-Dollar gestiegen. Zu Wochenbeginn sei berichtet worden, dass der Elektroautomobilproduzent Tesla 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert habe. Zudem scheine Tesla zu erwägen, die Kryptowährung zukünftig auch als Bezahlform zu akzeptieren. Darüber hinaus habe das Unternehmen Mastercard Presseberichten zufolge bekannt gegeben, Zahlungen für digitale Güter mit ausgesuchten Kryptowährungen zu erlauben. (Ausgabe vom 12.02.2021) (15.02.2021/alc/a/a)