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Renten: Warten auf die handelspolitischen Entscheidungen der USA zu China und Kanada


10.09.18 12:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen zogen im Wochenvergleich leicht an, so die Analysten der Nord LB.

Die Verzinsung zehnjähriger Bunds liege mit 0,37% etwas über dem Niveau der Vorwoche, die Rendite amerikanischer Treasuries mit 2,93% deutlicher über dem Vorwochenstand. Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen habe sich entsprechend auf 256 Basispunkte ausgeweitet, was dem Höchststand seit Jahrzehnten nahekomme. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA sei mit knapp unter 25 Basispunkten äußerst flach geblieben. Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der Laufzeitenspread bei knapp unter 95 Basispunkten.

Die Flucht in safe haven Assetklassen sei zuletzt wieder ein wenig abgeebbt, da neue schlechte Nachrichten aus beispielsweise der Türkei oder Argentinien ausgeblieben seien. Auch in Italien seien die Haushaltspläne zumindest offiziell nicht großartig vorangekommen. So hätten sich die Marktteilnehmer mehr um die veröffentlichten aktuellen Daten vor allem aus den USA kümmert, und diese seien überwiegend recht freundlich ausgefallen. Neben den erneuten Zuwächsen sowohl bei dem ISM PMI für das Verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor seien die soliden Zahlen vom US-Arbeitsmarkt zu erwähnen, die allesamt auf ein erneutes Handeln des FOMC auf der nächsten Sitzung am 26. September hindeuten würden.

Gleichzeitig sei auch damit wieder die Wahrscheinlichkeit für einen vierten Zinsschritt der Federal Reserve in diesem Jahr gestiegen. Aber die Unsicherheiten bezüglich des Umfeldes seien im Grunde ja nicht weniger geworden: Weiterhin werde darauf gewartet, wie die handelspolitischen Verhandlungen zu der Zollpolitik der USA gegenüber China und in Sachen NAFTA zum Nachbarland Kanada verlaufen würden. Auch die Themen italienischer Haushalt und der Brexit würden weiterhin über den Rentenmärkten schweben. Insofern könnte sich - im Falle fehlender Einigungen - eine erneute Flucht in sichere Bonds jederzeit wieder ergeben. Datenseitig sei in dieser Woche von eher soliden Zahlen auszugehen, sodass die Renditen nach unten hin kurzfristig gut abgesichert sein sollten. (10.09.2018/alc/a/a)