Renten: Die US-amerikanischen und europäischen Notenbanker haben nichts Neues zu berichten


13.10.17 10:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Heute Morgen wurden bereits Außenhandelsdaten aus China veröffentlicht, so die Analysten der National-Bank AG.

Während der Anstieg der Exporte hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, hätten die Importe kräftig angezogen. Ob das tatsächlich ein Zeichen für eine boomende Binnenkonjunktur sei, bleibe erst einmal offen. Vermutlich hätten die chinesischen Unternehmen in großem Umfang Rohstoffe eingekauft.

Im weiteren Tagesverlauf würden sich die Investoren vor allem mit Preisdaten auseinandersetzen. Die US-Erzeugerpreise, die gestern veröffentlicht worden seien, seien durch einige Sondereffekte verzerrt gewesen, die auf die Wetterlage im September in den USA zurückzuführen seien. Ähnlich dürfte es heute bei den US-Konsumentenpreisen aussehen. Die Kernrate auf Jahresbasis bewege sich allerdings langsam in Richtung der Marke von 2%.

Die Aussagen der US-Notenbanker der letzten Tage sowie das Protokoll der jüngsten Tagung des FOMC hätten eines deutlich gemacht: Die nächste Leitzinserhöhung im Dezember sei keineswegs ausgemachte Sache. Die US-Verbraucherpreise könnten jedoch einen Beitrag dazu leisten, dass das Pendel in Richtung Leitzinserhöhung schlage. Sollten sich die US-Konsumenten gemessen mit den Einzelhandelsumsätzen bzw. dem vorläufigen Wert für den Indikator der Uni Michigan ausgabenfreudig zeigen, so hätten die FED-Vertreter ein zusätzliches Argument für eine Straffung der Geldpolitik. Es sei jedoch nicht zu erwarten, dass die US-Notenbanker, die sich heute äußern würden, neue Einblicke in die Geldpolitik der FED gewähren würden. Ihre Positionen seien bekannt.

Die EZB-Vertreter würden ebenfalls nichts Neues zu berichten haben. Auf der nächsten Tagung des EZB-Rats werde die Reduzierung des QE-Volumens beschlossen werden. Um die Höhe der Reduzierung sowie die Laufzeit der Maßnahme werde noch gerungen. Vermutlich werde es eine deutliche Mehrheit für ein langsames Auslaufen der Ankäufe geben. Und am Zeitplan habe sich ebenfalls nichts geändert, was Mario Draghi gestern noch einmal deutlich hervorgehoben habe: Erst werde das Ankaufvolumen auf null reduziert. Erst danach werde die Anpassung der Leitzins erfolgen. Man sollte also davon ausgehen, dass frühestens in 2019 mit eine Leitzinsanpassung zu rechnen sei, denn die EZB werde das QE-Programm nicht ohne sanfte Reduzierung auslaufen lassen.

Außerdem sollten die Entwicklungen in Washington Beachtung finden. Der US-Präsident versuche nun via Executive Order, Obamacare zu schwächen. Außerdem solle es am Abend Aussagen zum Umgang mit dem Abkommen mit dem Iran geben. Es sei durchaus damit zu rechnen, dass der US-Präsident das Abkommen aufkündigen wolle, was die Investoren verschrecken dürfte. Auch in Spanien laufe der Countdown: Die katalonische Regionalregierung stehe unter Zugzwang. Derzeit seien die Investoren bei diesem Thema scheinbar entspannt. Das könne sich aber sehr schnell wieder ändern.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte wenig geändert in den heutigen Handelstag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,90 und 162,00 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte heute zwischen 2,27 und 2,39% schwanken. (13.10.2017/alc/a/a)





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