Renten: US-Renditen fielen nach schwachen Konjunkturdaten


19.06.17 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Partei des französischen Staatspräsidenten hat beim entscheidenden Wahlgang mit der Partnerpartei Modem die absolute Mehrheit erreicht, allerdings mit 291 nicht so viele Sitze wie erwartet/befürchtet erhalten, so die Analysten der Helaba.

Die Wahlbeteiligung habe nur bei 43 Prozent gelegen. Jetzt könne Macron die nötigen Reformen in Frankreich auf den Weg bringen und der europäischen Idee neuen Schwung verleihen.

Nachdem Notenbanksitzungen und politische Großereignisse Vergangenheit seien, könnten sich die Marktteilnehmer wieder dem fundamentalen Umfeld widmen. Allerdings seien neue Informationen auf dem Datenkalender in dieser Woche dünn gesät. Vom Beginn der Brexit-Verhandlungen seien noch keine Impulse zu erwarten. Zum Wochenschluss seien Positionsglattstellungen angesagt gewesen.

Für die Kurse von Bundesanleihen sei es zunächst weiter abwärts gegangen, im späten Geschäft hätten Shorteindeckungen eingesetzt. Gesucht seien überwiegend mittlere Fälligkeiten gewesen, ultralange Laufzeiten seien vernachlässigt worden. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 83 BP geweitet. Der Renditeabstand 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0,63%) und Belgien (0,60%) habe sich gegenüber Bunds um 1 bzw. 2 BP ermäßigt.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten schwächer tendiert. Der Risikoabstand 10-jähriger italienischer (1,98%), spanischer (1,43%) und portugiesischer Bonds (2,88%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um knapp 1, 2 bzw. 4 BP ausgeweitet, der spanischer Papiere (1,43%) habe sich um 2 BP ausgeweitet.

Die Ratingagentur Fitch habe den Ausblick für Portugal mit Blick auf die Verringerung des Haushaltsdefizits aus "positiv" angehoben. Griechische Anleihen würden dagegen auf absehbare Zeit nicht ins Ankaufprogramm der EZB aufgenommen. Für die Notenbank fehle die Schuldentragfähigkeit als Voraussetzung. In Italien gebe es nach letzten Meldungen keine Rettung der Venetto Banca und Populare di Vincenza mit Hilfe des italienischen Staates. Die EU-Kommission habe eine Unterstützung nach dem Vorbild der Monte dei Paschi untersagt.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen nach schwachen Konjunkturdaten gefallen. Am stärksten seien die Kurse für kurzen und mittleren Laufzeiten gestiegen. Die Daten aus dem Bausektor hätten enttäuscht, die Stimmung bei den Verbrauchern (94,5 nach 97,1) sei nach vorläufigen Erhebungen der University of Michigan nicht so gut wie erwartet. In Fernost würden US-Treasuries angesichts überwiegend freundlicher Aktienbörsen knapp behauptet tendieren.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (164,73) habe 16 Stellen zugelegt, Bobl (132,89) und Schatz (112,08) seien 14 bzw. 2 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,27% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe bei 93,5 BP verharrt. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 2,16% rentieren. Der Euro erhole sich auf 1,119 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige leicht auf 44,6 Dollar.

In dieser Woche gebe es nur wenige marktrelevante Konjunkturdaten. Erst zum Wochenschluss stünden die vorläufigen Umfragen bei den Einkaufsmanagern des Verarbeitenden Gewerbes und aus dem Dienstleistungssektor Frankreichs, Deutschlands und der Eurozone auf dem Prüfstand.

Mit Ausnahme von Neubauverkäufen und Käufen von Einfamilienhäusern sei der Datenkalender in den Vereinigten Staaten leer. Angesichts der dünnen Datenlage würden die Analysten einen ruhigen Wochenauftakt erwarten.

Am Primärmarkt ebbe das Angebot in dieser Woche spürbar ab. Belgien eröffne den Reigen mit Aufstockungen von 7-, 10-und 30-jährigen OLOs. Zur Wochenmitte biete die Finanzagentur des Bundes eine Mrd. Euro der Bundesanleihe 07/2044 an. Großbritannien verkaufe 2.25 Mrd. GBP 30-jähriger Gilts. (19.06.2017/alc/a/a)





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