Renten: US-Arbeitsmarkt konnte die Erwartungen nicht ganz erfüllen


08.01.18 10:32
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Der US-Arbeitsmarktbericht konnte die Erwartungen der Investoren nicht ganz erfüllen, berichten die Analysten der National-Bank AG.

So sei die Zahl neu geschaffener Stellen außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors mit 148 Tsd. hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Letztlich seien die Novemberdaten aber nach oben revidiert worden, sodass die Zahl neuer Stellen insgesamt ordentlich ausgefallen sei. Dabei sollte man auch nicht übersehen, dass es wieder eine Zunahme der Stellen im Produzierenden Gewerbe im niedrigen zweistelligen Bereich gegeben habe. Der wirtschaftliche Aufschwung komme also auch dort tatsächlich an.

Die übrigen Größen wie Arbeitslosenquote, Stundenlöhne, Unterbeschäftigungsquote usw. hätten dagegen genau auf den Erwartungen gelegen. Obwohl nahezu Vollbeschäftigung herrsche, würden die Stundenlöhne vergleichsweise wenig zulegen, obwohl dieses mal auch zahlreiche Jobs im schlecht bezahlten Handel eingespart worden seien. Es sehe also immer noch danach aus, als ob überwiegend gering qualifizierte Mitarbeiter eingestellt würden.

Kaum Beachtung habe am Freitag dagegen gefunden, dass der ISM für das Dienstleistungsgewerbe etwas geschwächelt habe. Das sei gerade vor dem Hintergrund der fiskalischen Maßnahmen erstaunlich. Vermutlich handele es sich nur um einen "Ausrutscher", sei aber weiter zu beobachten, denn gerade Unterkomponenten wie Auftragseingänge oder Produktion hätten nachgegeben. Allerdings habe der Dezemberwert weit über der Marke von 50 Punkten gelegen, sodass sich die Expansion fortsetzen werde. Die Industrie habe sich dagegen über einen kräftigen Zuwachs bei den Auftragseingängen freuen können. All das werde die Arbeit der FED nicht unbedingt erleichtern.

Die Aussagen diverser stimm- und nicht stimmberechtigter Mitglieder im FOMC hätten deutlich gemacht, dass die Einschätzungen hinsichtlich der im laufenden Jahr notwendigen Leitzinsanhebungen ebenso auseinander gehen würden wie die Beurteilung der fiskalischen Stimuli. Zurzeit sollte man sich auf irgendetwas zwischen zwei und vier Leitzinsanhebungen einrichten, wobei die künftige Zusammensetzung des Board of Governors durchaus für eher vier spreche. Da sich heute einige FED-Vertreter äußern würden, werde sich das Stimmungs- / Meinungsbild hinsichtlich des geldpolitischen Kurses weiter komplettieren.

Die schwachen Preisdaten für Dezember hätten wohl verhindert, dass der leichte Renditeanstieg in den USA über den Atlantik geschwappt sei, denn hierzulande seien die Renditen weitestgehend stabil geblieben. Im weiteren Tagesverlauf dürften die Auftragseingänge der deutschen Industrie im November von Interesse sein. Sie sollten zumindest leicht im Monatsvergleich zugelegt haben. Die Indikatoren der Europäischen Kommission würden dagegen nichts Neues zu bieten haben: Die Wirtschaft Hierzulande präsentiere sich in einer sehr robusten Verfassung.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte die Woche mit leichten Kursverlusten beginnen und sich dann zwischen 160,90 und 162,20 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,41 und 2,55% schwanken. (08.01.2018/alc/a/a)