Renten: Der US-Arbeitsmarkbericht rückt in den Fokus


01.06.17 09:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Erwartungsgemäß schwächte sich der Preisauftrieb im Euroraum deutlich ab, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Kernrate der Verbraucherpreise liege weiterhin auch nur um die Marke von einem Prozent. Dementsprechend habe die EZB keinen Handlungsdruck, eine Änderung ihrer Geldpolitik herbeizuführen. Dennoch werde die EZB die Investoren allmählich auf die Reduzierung des geldpolitischen Stimulus vorbereiten müssen. Die endgültigen Markit Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe würden, wie bereits die vorläufigen, eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums signalisieren.

Ansonsten habe es gestern wenig Neues gegeben: Die Informationen aus dem Beige Book würden die Fortsetzung der moderaten Aufwärtsbewegung der Wirtschaft in den USA signalisieren. In einigen Regionen würden Personalengpässe verzeichnet, was sich jedoch nicht sonderlich stark auf die Lohnentwicklung auswirke. Preisdruck lasse sich zurzeit ebenfalls nicht erkennen. Dennoch werde sich die Position der FED nicht ändern. Immerhin gebe es noch den einen oder anderen FED-Vertreter, der sich für insgesamt vier Leitzinserhöhungen im laufenden Jahr stark mache.

Am heutigen Handelstag werde der US-Arbeitsmarktbericht so langsam in den Fokus rücken. Der ADP-Bericht habe sich dabei in den letzten Monaten nicht unbedingt als zuverlässiger Schätzer für den Arbeitsmarktbericht am Freitag erwiesen. Es spreche jedoch nichts, insbesondere mit Blick auf die Jobless Claims, gegen eine vergleichsweise hohe Zahl neu geschaffener Stellen außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors. Der ISM für das Verarbeitende Gewerbe sei ebenfalls einen Blick wert.

Bei der Veröffentlichung des Chicagoer PMI müsse eine Panne passiert sein, da der zuerst veröffentlichte Wert später deutlich nach oben revidiert worden sei, sodass die Stimmung demnach den höchsten Wert seit Jahrzehnten erreicht habe. Die Unternehmen hätten die Hoffnung auf eine Umsetzung der Agenda der US-Regierung also noch nicht aufgegeben. Die Automobilabsatzdaten sollten nicht unbeachtet bleiben. Schließlich schwächele der Fahrzeugabsatz trotz hoher Nachlässe seit einige Monaten, und die Händler sollten immer noch so viele Fahrzeuge vorrätig haben, wie schon sehr lange nicht mehr. Möglicherweise sei der private Verbrauch dann doch nicht so stark, wie man es "eigentlich" erwarten sollte.

Während die "offiziellen" chinesischen Einkaufsmanagerindices gestern ein durchaus positives Bild gezeichnet hätten, sei der Caixin Einkaufsmanagerindex unter die Marke von 50 Punkten gefallen. Zweifel an der Wirtschaftskraft Chinas würden erhalten bleiben. Dazu würden die "üblichen" Probleme des Euroraums mit Griechenland und der Sorge vor dem Ergebnis eines Urnengangs in Italien kommen. Immerhin habe es die spanische Minderheitsregierung geschafft, ihren Haushalt durch das Parlament zu bekommen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit leichten Verlusten in den Tag starten. Am Vormittag dürften die Emissionen aus Frankreich und Spanien belastend wirken. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,45 und 162,70 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,17 und 2,30% schwanken. (01.06.2017/alc/a/a)





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