Renten: Der UN-Sicherheitsrat beschließt zusätzliche Sanktionen gegen Nordkorea. Reaktion?


12.09.17 10:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die gute Stimmung an den Kapitalmärkten hielt gestern an und fand heute Morgen ihre Fortsetzung in Asien, so die Analysten der National-Bank AG.

Der UN-Sicherheitsrat habe zwar weitere Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. So würden die für Nordkorea so wichtigen Öllieferungen ab 1. Oktober beschränkt. Doch bislang sei die von den dortigen Machthabern angedrohte Vergeltung für die zusätzlichen Sanktionen ausgeblieben. Angesichts der Drohgebärden sei es unwahrscheinlich, dass man in Nordkorea die neuen Sanktionen einfach hinnehme, auch wenn China vermutlich versucht habe, mäßigend auf die Regierung im Land einzuwirken. Bleibe die nordkoreanische Führung ihrer Linie treu, werde es bald eine Reaktion geben.

Ansonsten seien gestern die Spekulationen über den künftigen geldpolitischen Kurs der EZB weiter gegangen. Dazu hätten die Aussagen von Benoit Coeure im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Er habe sich sogar zur Währungsentwicklung geäußert. Nach seiner Einschätzung habe die Währungsentwicklung in den letzten Jahren als die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussender Faktor etwas an Bedeutung verloren. Der Zins sei viel wichtiger geworden. Darüber hinaus habe er jedoch keine neuen Informationen zu bieten gehabt. Das dürfte bei den Aussagen, die heute von Victor Constancio kommen würden, ebenfalls der Fall sein. Die europäischen Notenbanker würden sich bis zum 26. Oktober mit konkreten Äußerungen zur Geldpolitik sehr zurückhalten.

Der Datenkalender enthalte heute kaum etwas an bedeutenden Konjunkturdaten. Lediglich die Preisdaten aus UK könnten im Hinblick auf die geldpolitische Tagung der Bank of England gegen Ende der Woche etwas Beachtung finden. Große Impulse seien jedoch von ihnen nicht zu erwarten. Der Datenmangel könnte dazu beitragen, dass sich die Investoren mit Spanien intensiver auseinandersetzen würden. Schließlich brodele es im Land aufgrund der an Dynamik gewinnenden Abspaltungspläne von Katalonien gewaltig. Die aktuell wirtschaftliche Stabilität in den meisten Euroländern dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Euroraum anhaltend strukturelle und politische Probleme habe.

Die nationalistischen Tendenzen seien schließlich nicht auf Spanien beschränkt. Sollte das Beispiel dort Schule machen und die Abspaltung vorangetrieben werden, so dürfte das zahlreiche Nachahmungsversuche nach sich ziehen. Scheinbar würden sich die Katalanen auch nicht durch den Brexit beeinflussen lassen. Schließlich würde ein unabhängiges Katalonien das Schicksal UKs teilen, denn die Region müsste für Verpflichtungen gerade stehen und wäre dann kein Mitglied der EU mehr. Vermutlich seien die Konsequenzen einer Unabhängigkeit den meisten Befürwortern gar nicht bewusst. Auch die Briten müssten erst einmal lernen, was ihre Entscheidung wirklich bedeute.

In Anbetracht der guten Stimmung der Investoren in Asien dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit leichten Verlusten in den Tag starten. Sollte sich Pjöngjang zu den angedrohten Vergeltungsmaßnahmen durchringen, wäre es mit der guten Stimmung vermutlich schnell wieder vorbei. Gegen Abend dürfte es im Zuge der Aufstockung der 10-jährigen US-Treasuries zu Druck auf die Notierungen kommen. Zudem sei es von großem Interesse, ob Österreich tatsächlich mit der 100-jährigen Anleihe via Syndikat an den Markt komme, für die gestern market sounding betrieben worden sei. Der Bund-Future sollte sich zwischen 162,10 und 163,30 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,06 und 2,18% schwanken. (12.09.2017/alc/a/a)






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