Renten: Trotz des Nationalfeiertags in Nordkorea blieb eine erneute Provokation durch Pjöngjang aus


11.09.17 11:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Obwohl allseits mit einer erneuten Provokation von der nordkoreanischen Regierung anlässlich des dortigen Nationalfeiertags am Samstag gerechnet worden war, blieb sie dieses mal aus, so die Analysten der National-Bank AG.

Heute Abend solle sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Thema "Nordkorea" erneut befassen. Es lägen zwar Vorschläge für eine Verschärfung von Sanktionen gegen das Land vor. Sowohl Russland als auch China hätten jedoch signalisiert, sie würden dieser Resolution in der Form nicht zustimmen. Letztlich komme China immer noch eine wichtige Rolle zu. Allerdings scheine es, als ob das Land den Zugriff auf die Regierung auf Pjöngjang verloren habe. Vermutlich wäre es derzeit am besten, wenn sich alle Seiten darum bemühen würden, die bereits beschlossenen Sanktionen vollständig durchzusetzen.

Gemäß einiger Medienberichte gelinge es Nordkorea nämlich immer noch, die Sanktionsbeschlüsse zu umgehen. Immerhin habe die fehlende Provokation zu einer Stimmungsaufhellung in Asien beigetragen. Die chinesischen Preisdaten dürften ein Übriges getan haben. Der etwas über den Schätzungen liegende Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreise könnte demnach ein Zeichen für eine Belebung der Wirtschaft im Land sein. Gleichzeit werde der Spielraum der People's Bank of China reduziert, die Wirtschaft mit einer Lockerung der Geldpolitik zusätzlich zu unterstützen.

Bereits vor dem Wochenende hätten Aussagen des Chefs der New York FED, der im FOMC immer stimmberechtigt sei, aufhorchen lassen: Der Beginn des Abbaus der Bilanz der US-Notenbank sei ausgemachte Sache. Er dürfte Ende September von der US-Notenbankchefin terminiert werden. Dudley habe zugleich deutlich gemacht, dass er an die These einer temporäreren Abschwächung der Inflationsdynamik glaube. Seiner Ansicht nach würden die Inflationsraten bald wieder steigen. Ob dafür ein nächster Leitzinsschritt im Dezember notwendig sei, habe er jedoch im Vergleich zu anderen Gelegenheiten am Freitag offen gelassen.

Es sehe also so aus, als ob die FED in diesem Jahr evtl. doch nicht mehr an der Zinsschraube drehen werde. An der Notwendigkeit einer Fortsetzung der graduellen Leitzinsanhebungen habe Dudley jedoch keine Zweifel gelassen. Die US-Notenbanker könnten durchaus die Auswirkungen der Stürme als Begründung für ihre nun etwas zögerliche Haltung heranziehen. Die Auswirkungen von "Harvey" auf Südtexas hätten die meisten US-Notenbanker als wenig relevant für die Geldpolitik eingestuft. Mit einem zweiten Ereignis in derselben oder einer ganz anderen Größenordnung dürften sie ihre Einschätzung vermutlich überdenken, zumal die Sturmsaison ja gerade erst begonnen habe.

Abgesehen von der Verbesserung der Stimmungsaufhellung im asiatischen Handel, die nach Europa schwappen dürfte, seien heute kaum Impulse auszumachen. Die Spekulationen über den künftigen geldpolitischen Kurs der EZB würden weiter gehen. Die europäischen Notenbanker würden aber nichts Konkretes dazu berichten, sondern sich zur Zukunft des QE-Programms sowie technischer Anpassungen in Schweigen hüllen.

Die Woche dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) daher mit Verlusten beginnen. Gegen Abend könnte es im Zuge der Platzierung der 3-jährigen US-T-Notes erneut etwas mehr Druck auf die Kursnotierungen geben. Zudem sollte es immer wieder Neuigkeiten aus dem US-Kongress geben. Schließlich hätten sie dort umfangreiche Aufgaben zu bewältigen, aber keine klaren Konzepte oder Mehrheiten. Der Bund-Future sollte sich zwischen 162,10 und 163,40 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,03 und 2,18% schwanken. (11.09.2017/alc/a/a)





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