Renten: Staatsanleihen gerieten ins Hintertreffen


20.06.17 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Akteure an den internationalen Finanzmärkten starteten mit erhöhter Risikobereitschaft in die neue Börsenwoche, so die Analysten der Helaba.

Für gute Laune habe neben den positiven Vorgaben aus Fernost natürlich der klare Wahlsieg der Bewegung von Staatspräsident Emmanuel Macron gesorgt. Angeführt von der Erholung im Technologiesektor hätten Dow Jones- und S&P 500-Index neue Rekordstände erklommen. Staatsanleihen seien ins Hintertreffen geraten.

Die Kurse von Bundesanleihen hätten beim impulsarmen Handel um die Schlusskurse des Vortages konsolidiert. Gut gesucht seien ultralange Laufzeiten gewesen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 81,5 BP eingeengt. Der Renditeabstand 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0,62%) und Belgien (0,60%) habe sich gegen Bunds um einen BP verringert. Belgien habe sich über Aufstockungen von 7-, 10- und 30-jährigen OLOs problemlos insgesamt 3.19 Mrd. Euro besorgt.

Die Bondmärkte der EU-Peripherie hätten sich zum Wochenstart in robuster Verfassung präsentiert. Die gute Stimmung sei sicherlich zu einem Teil der Ruhe auf der Primärseite geschuldet gewesen. SPGBs seien der Entwicklung in Erwartung der Ankündigung einer neuen 10-jährigen Anleihe hinterhergehinkt. Die Umsätze in der Kasse seien überschaubar geblieben. Der Risikoabstand 10-jähriger italienischer (1,94%), spanischer (1,42%) und portugiesischer Bonds (2,83%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 4, 2 bzw. 6 BP ermäßigt.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen nach Aussagen des Chefs der FED von New York, William Dudley, gestiegen. Er sehe die Notenbank bei ihrer geldpolitischen Straffung auf gutem Kurs und belaste damit überwiegend die Kurse kurzer und mittlerer Laufzeiten. In Fernost würden US-Treasuries trotz freundlicher Aktienbörsen gut behauptet tendieren.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (164,59) habe 14 Stellen verloren, Bobl (132,80) und Schatz (112,06) seien 9 bzw. 2 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,28% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich geringfügig auf 93 BP verringert. 10-jährige US-Treasuries würden 2 BP höher bei 2,18% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,116 Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 44,2 Dollar.

Auch heute stünden mit den deutschen Erzeugerpreisen im Mai (-0,1%/2,9%) und dem US-Leistungsbilanzdefizit im ersten Quartal (-123.6 Mrd. USD) nur Informationen aus der zweiten Reihe zur Veröffentlichung an.

Am Primärmarkt seien heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. Zur Wochenmitte biete die Finanzagentur des Bundes eine Mrd. Euro der Bundesanleihe 07/2044 an. Großbritannien verkaufe am Donnerstag 2.25 Mrd. GBP 30-jähriger Gilts, das amerikanische Schatzamt biete 30-jährige TIPS im Volumen von 5 Mrd. USD an.

Sparebanken 1 Boligkreditt AS habe einen 7-jährigen norwegischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap flat begeben. Crédit Agricole Home Loan SFH habe einen gut 7-jährigen (30.09.2024) französischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap -5 BP emittiert. Das Land Sachsen-Anhalt habe eine 10-jährige Landesschatzanweisung im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap -15 BP angeboten. (20.06.2017/alc/a/a)





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