Renten: Staatsanleihen büßten dagegen an Attraktivität ein


14.06.17 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die ZEW-Umfrage zeichnet kein einheitliches Bild, so die Analysten der Helaba.

Während die bessere Lagebeurteilung (88 nach 83,9) auf eine steigende Wachstumsdynamik schließen lasse, sei die Erwartungshaltung (18,6 nach 20,6) nicht mehr ganz so rosig. Dennoch habe sich die Stimmung an den Aktienbörsen aufgehellt, Staatsanleihen hätten dagegen an Attraktivität eingebüßt.

Die Kurse von Bundesanleihen hätten bei ruhigem Geschäft auf breiter Front nachgegeben, aber zum Schluss einen Teil der Verluste wieder aufholen können. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 84 BP verringert. Die neuen 10-jährigen Holländer seien lebhaft nachgefragt und ohne Probleme platziert worden. Im Anschluss hätten sie sich um einen BP gegen Bunds verteuert. Der Renditeabstand 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0,60%) und Belgien (0,58%) habe sich kaum verändert.

An den Bondmärkten der EU-Peripherie habe sich die Stimmung nachhaltig aufgehellt. Die Auktion italienischer Staatsanleihen sei nahezu reibungslos verlaufen und habe die avisierten 5.5 Mrd. Euro in die Kasse gespült. Nur bei den 7- jährigen BTPs hätten kleinere Preiszugeständnisse helfen müssen. Wie in den vergangenen Tagen hätten Anleger ihre SPGBs in BTPs getauscht. Der Risikoabstand 10-jähriger italienischer (1,965%), spanischer (1,41%) und portugiesischer Bonds (2,90%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 4, 2 bzw. 5 BP ermäßigt.

Am US-Bondmarkt hätten sich die Renditen trotz zunehmendem Inflationsdruck kaum von der Stelle bewegt. Die Erzeugerpreise (0,0%/2,4%) hätten zwar im Mai stagniert, ohne Lebensmittel und Energie seien sie jedoch um 0,3% und 2,1% VJ gestiegen. Dow Jones und S&P 500 hätten bei allerdings nur mäßigen Umsätzen mit 21.328 bzw. 2440 Punkten neue Rekordstände erreicht.

In Fernost hätten sich die Akteure an den Aktienbörsen am Tag der Notenbanksitzung nicht in die Karten schauen lassen. US-Treasuries würden gut behauptet tendieren. Die Industrieproduktion Chinas (6,5%) habe im Mai wie die Einzelhandelsumsätze (10,7%) im Rahmen der Erwartungen gelegen.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (164,97) habe 15 Stellen verloren, Bobl (133,09) und Schatz (112,17) seien 11 bzw. 3 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,265% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 96,5 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 2,20% rentieren. Der Euro erhole sich leicht auf 1,121 Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 45,9 Dollar.

Wenn die US-Notenbank heute zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammenkomme, werde sie wohl den Korridor für ihren Leitzins auf 1,0 bis 1,25% erhöhen. Spannender sei jedoch die Frage, ob und wie weit FED-Chefin Janet Yellen die Tür für weitere Schritte offen lasse. Vollbeschäftigung auf der einen Seite, aber geringer Inflationsdruck andererseits mache die Entscheidung nicht einfach. Forderungen nach einem höheren Inflationsziel oder Details zum geplanten Bilanzabbau dürften auf der anschließenden Pressekonferenz zentrale Themen sein.

Auch datenseitig gehe der Blick über den großen Teich. US-Verbraucherpreise (0%/2%; Kernrate 0,2%/1,9%) und Einzelhandelsumsätze (0%; ex Autos 0,2%) würden wichtige Detailinformationen liefern.

Die Arbeitslosenquote Großbritanniens (4,6%) und Industrieproduktion der Eurozone (0,5%/1,4%) würden den Datenkranz abrunden.

Am Primärmarkt verkaufe die Finanzagentur des Bundes 3 Mrd. Euro der 10-jährigen Bundesanleihe. Portugal sei mit 5-und 10-jährigen Titeln im Volumen von zusammen 1.25 Mrd. Euro am Start.

Spanien stocke an Fronleichnam SPGBs der Fälligkeiten 04/2022, 04/2027, 07/2032 und 01/2037 um bis zu 5 Mrd. Euro auf. Frankreich versteigere OATs mit Fälligkeiten 02/2020, 04/2022, 05/2022 sowie 10/2023.

UNEDIC habe die im März 2026 fällige Anleihe um 250 Mio. Euro 10 BP über vergleichbaren OATs aufgestockt. SEB AB habe einen 7-jährigen schwedischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap -5 BP emittiert. Das Land Hessen habe eine 7-jährige Landesschatzanweisung im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap -20 BP begeben.

Die Deutsche Hypo habe das Mandat für einen 8-jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro vergeben. (14.06.2017/alc/a/a)





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