Renten: Die Sorgen vor einer Eskalation der Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea bleiben


10.08.17 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Erwartungsgemäß war der gestrige Handelsverlauf von den Sorgen einer Eskalation der Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea geprägt, so die Analysten der National-Bank AG.

Dementsprechend sei der sichere Anleihehafen gesucht gewesen, und die Aktienmärkte hätten unter Abgabedruck gestanden. Die Sorgen seien zumindest im frühen asiatischen Handel nicht kleiner geworden, denn hinsichtlich Rhetorik sei von beiden Seiten noch einmal nachgelegt worden. Bemühungen des US-Außenministers, den Aussagen etwas Schärfe zu nehmen, seien schnell zunichte gemacht worden. Aus den Erfahrungen der vergangenen Monate sei zu befürchten, dass die nordkoreanische Seite ihren Drohungen doch noch Taten folgen lassen könnte. Daher dürfte das Thema nicht so schnell von der Agenda verschwinden, sondern die Kapitalmärkte einige Zeit begleiten.

Obwohl diese Entwicklungen im Fernen Osten die Nachrichtenlage gestern weitestgehend beherrscht hätten, seien die US-Daten zur Produktivität und den Lohnstückkosten nicht unbeachtet geblieben. Allerdings seien historische Daten ebenfalls revidiert worden, sodass die Interpretation nicht leicht falle. Grundsätzlich würden die Produktivitätsgewinne jedoch schwach auszufallen scheinen, was Lohnsteigerungen Grenzen setze. Insofern würden sich die geringen Zuwächse bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen tatsächlich teilweise auf die geringen Produktivitätszuwächse zurückführen lassen. Das dürften den US-Notenbanker sicher nicht entgangen sein.

Immerhin würden heute mit den Erzeugerpreisen für den Juli neue Informationen zur Preisdynamik veröffentlicht. Dabei sei die Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg der Kernrate der Erzeugerpreise im Jahresvergleich über die Marke von 2% relativ hoch. Das könnte die Investoren hinsichtlich des künftigen geldpolitischen Kurses der FED zwar nachdenklicher stimmen. Entscheidender dürften jedoch die Aussagen des New Yorker FED-Chefs sein. Vermutlich werde er sich bei seinen Äußerungen vor allem auf den Abbau der FED-Bilanz konzentrieren, der ja auch unter den US-Notenbankern, die eher für eine Beibehaltung der lockeren Geldpolitik seien, unumstritten zu sein scheine. Wahrscheinlich werde es sich wie zahlreiche Vorredner für den baldigen Startschuss der Reduzierung der Bilanzsumme der US-Notenbank einsetzen.

Die europäischen Wirtschaftsdaten würden abgesehen von den Informationen zur Industrieproduktion aus Frankreich kaum eine Rolle spielen. Um Frankreich bzw. das Reformprogramm des französischen Präsidenten sei es sowieso sehr ruhig geworden. Immerhin habe die Nationalversammlung bereits gebilligt, dass die Arbeitsmarktreform per Dekret umgesetzt werden dürfe. Dem Präsidenten / der französischen Regierung werde also ein großer Spielraum zur Verfügung gestellt. Allerdings seien bislang keine Einzelheiten der geplanten Arbeitsmarktreform an die Öffentlichkeit gedrungen.

Der Handelsbeginn dürfte erneut im Zeichen der USA-/Nordkoreakonflikts stehen und damit tendenziell für eine gut behauptete Eröffnung des Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sorgen. Gegen Abend dürfte es im Zuge der Emission der 30-jährigen US-T Bonds zu leichten Kursbelastungen kommen, denn auf dem aktuellen Renditeniveau werde es nicht einfach werden, die Emission bei Investoren zu platzieren. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 163,20 und 164,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,19 und 2,34% schwanken. (10.08.2017/alc/a/a)





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163,12 € 163,19 € -0,07 € -0,04% 22.11./22:03
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €