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Renten: Sichere Staatsanleihen dienen kaum als Absicherung


02.11.20 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Gemessen an dem, was an den Aktienmärkten zu beobachten war, fielen die Kursveränderungen im Rentenbereich eher gering aus, so die Experten von Union Investment.

Zwar sei auch hier eine gewisse Risikoaversion erkennbar gewesen, die Ausschläge seien aber weitaus geringer gewesen. Sichere Staatsanleihen wie Bundesanleihen oder US-Schatzanweisungen würden bereits auf derart niedrigen Renditeniveaus handeln, dass das Interesse der Anleger gering gewesen sei und sie nur bedingt eine Fluchtmöglichkeit für gebeutelte Aktionäre geboten hätten. Bei Bundesanleihen seien die Renditen nur minimal zurückgegangen. Auf einem Niveau von -0,6 Prozent für zehnjährige Papiere habe es Anlegern schlichtweg an weiterer Kursfantasie gemangelt, zumal auch die Notenbank nicht gewillt sein werde, den Leitzins noch weiter ins negative Terrain zu drücken.

In den USA habe sich auf Wochensicht kaum etwas getan. US-Staatsanleihen seien zwar auch als Absicherung gesucht gewesen, doch gleichzeitig habe sich ein möglicher Sieg von Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl angedeutet. Die Ratio dahinter: Biden habe ein umfangreiches Konjunkturprogramm versprochen, das die Wirtschaft ankurbeln sollte. Gleichzeitig wolle die US-Notenbank höhere Inflationsraten zulassen. Ein Umfeld, in dem die Renditen vermutlich steigen würden.

Im Rahmen eines solchen Marktumfeldes seien Anleihen aus den Peripherieländern und von Unternehmen unter Druck gekommen. Dieses Mal sei die Marktreaktion aber sehr moderat ausgefallen. Die Käufe der EZB würden hier weiterhin stützen. Papiere aus den Schwellenländern hätten im Wochenvergleich sogar Zuflüsse verbucht. Auch hier sei die Kursentwicklung in Asien positiv verlaufen. (Ausgabe vom 30.10.2020) (02.11.2020/alc/a/a)