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Renten: Risk-On-Modus wieder aufgenommen - Renditen der Benchmarkanleihen ziehen an


08.02.21 13:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Woche sorgte ein Rückgang negativer Nachrichten dafür, dass die Stimmungslage vieler Marktteilnehmer auf Sicht von drei bis sechs Monaten von skeptisch auf wieder recht optimistisch schwang, so die Analysten der Nord LB.

Ein gewisses Vorankommen bei den Impfkampagnen, Klarstellungen über Liefermengen der Impfhersteller, sowie ein genereller Rückgang der Neuinfektionszahlen hätten Fragen zu möglichen Marktübertreibungen in den Hintergrund gedrängt und zu einer Rückkehr in den Risk-On-Modus geführt. Darunter hätten Staatsanleihen beiderseits des Atlantiks gelitten: Während die Rendite zehnjähriger US-Treasuries mittlerweile wieder die Marke von 1,20% anpeile, habe jene der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen immerhin bis knapp -0,43% angezogen. Die Impfstoffe würden erlauben, Licht am anderen Ende des Tunnels ausmachen zu können. Jedoch dürfte erstens dieser Weg bis an den Ausgang der schwierigen Strecke noch holprig werden und zweitens sei die Stärke des erhofften Lichts am Ende auch noch nicht ganz genau einzuschätzen.

So dürften Verunsicherungen über den weiteren Pfad in den kommenden Wochen immer wieder aufkommen, was das durchaus vorhandene Anstiegspotenzial der Renditen abbremse. Im Grunde sollte aber im Frühsommer der konjunkturelle Aufschwung an Fahrt aufnehmen und damit auch die Renditen - zumindest in den USA - ihren begonnenen Aufwärtstrend fortsetzen. Dieses Szenario gelte zumindest, solange die Impfstoffe sich als (überwiegend) wirksam erweisen würden. Von der Seite der Konjunkturindikatoren sei in der kommenden Woche mit nur wenig Impulsen zu rechnen.

Als einzige Ausnahmen könnten die Zahlen am Mittwoch zum britischen BIP-Wachstum und zur US-Inflationsrate angesehen werden, welche durchaus Beachtung finden würden: Für das 4. Quartal würden die Analysten mit einem minimalen BIP-Anstieg in UK rechnen - so könnte das Land mit einem zu erwartenden Minus im 1. Quartal knapp an einer "Double Dip Recession" vorbeischrammen. Die US-Konsumentenpreise dürften im Januar deutlich angezogen sein (erw.: +0,4% M/M), sodass bereits im 2. Quartal mit einer Inflationsrate von über 3% Y/Y zu rechnen sei. Wie aber schon mehrmals an dieser Stelle angemerkt, werde die Federal Reserve in 2021 darüber aber hinwegsehen. (08.02.2021/alc/a/a)