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Renten: Renditen mit Rückgängen trotz guter konjunktureller Verfassung und dank politischem Chaos im Weißen Haus


04.08.17 08:00
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Staatsanleihe-Renditen sind in der vergangenen Woche leicht zurückgegangen, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Das löse ein bisschen Verwunderung aus angesichts der guten konjunkturellen Verfassung, in der sich die USA und die Eurozone befinden würden. So sei die USA im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresauftakt auf annualisierter Basis um 2,6% gewachsen. Das habe im Bereich der Erwartungen gelegen, sei aber eine deutliche Wachstumsbeschleunigung gegenüber dem Vorquartal (1,2%). Zu dem guten Wachstum habe maßgeblich der Private Konsum beigetragen (2,8%). Auch die Wachstumszahlen der Eurozone hätten überzeugt. Der Währungsraum habe von April bis Juni um 0,6% im Vergleich zum ersten Quartal (Q1 0,5%) expandiert. Dabei habe die Wirtschaftsleistung in Frankreich um 0,5% zugelegt, in Spanien um 0,9% und in Belgien um 0,4%. Damit nehme der Aufschwung in der Eurozone, der im zweiten Quartal 2013 begonnen habe, in den vergangenen Quartalen an Fahrt auf. Dies mache sich auch bei der Arbeitslosenquote bemerkbar, die im Juni auf 9,1% gesunken sei.

Doch der Rückgang einiger Konjunkturindikatoren, die etwas von ihren hohen Niveaus zurückgefallen seien, wie zum Beispiel die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone sowie der ISM-Index für die Industrie in den USA hätten anscheinend für einen Dämpfer bei den Anlegern gesorgt und die Renditen sinken lassen. Ähnliches gelte für die Preisdaten. Die vorläufige Schätzung der Verbraucherpreise in der Eurozone mit 1,3% und die PCE-Kernrate in den USA mit 1,5% hätten gezeigt, wie schwach der Preisauftrieb trotz Wirtschaftsaufschwung und expansiver Geldpolitik noch immer sei.

Auch das politische Chaos in den USA dürfte dazu geführt haben, dass die Staatsanleihen profitiert hätten. So habe sich das Personalkarussell im Weißen Haus weiter gedreht. Donald Trump habe Kommunikationschef Anthony Scaramucci nach nur wenigen Tagen im Amt entlassen und lasse damit zunehmende Zweifel an einer Beruhigung des Machtkampfes in der Regierung und dem Willen zu tatsächlichen Reformen aufkommen.

Die vergangenen Tage hätten für die Anleger eine Vielzahl an relevanten Datenveröffentlichungen bereit gehalten. Aus dieser Richtung werde es in der kommenden Berichtswoche ruhiger. Entscheidend sei der US-Arbeitsmarktbericht für Juli. Der private National Employment Bericht habe einen Stellenaufbau von rund 180.000 ausgewiesen. In einer ähnlichen Größenordnung sollte auch der offizielle Arbeitsmarktbericht veröffentlicht werden, was allerdings ein spürbarer Rückgang gegenüber dem Vormonat wäre. Die Arbeitslosenquote dürfte auf 4,3% fallen, womit die USA seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise wieder auf einem Vollbeschäftigungsniveau angekommen sei.

Der weniger dynamische Stellenaufbau könnte zu Enttäuschung bei den Anlegern führen und die Renditen von Bundesanleihen und Treasuries sinken lassen. Auch die Querelen im Weißen Haus sollten weiterhin für Verunsicherung sorgen und sprechen für Zuflüsse in die Staatsanleihen. (Ausgabe vom 03.08.2017) (04.08.2017/alc/a/a)