Renten: Renditen der Benchmarkanleihen konnten ihre Abwärtstalfahrt stoppen


09.09.19 12:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen stoppten in der vergangenen Woche ihre Abwärtstalfahrt und zogen ein wenig an, so die Analysten der Nord LB.

Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Bunds habe wieder die Marke von -0,60% überschritten, die Rendite amerikanischer Treasuries mit gleicher Laufzeit habe kurzzeitig die Marke von 1,60% touchiert. Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen liege aktuell bei 220 Basispunkten. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA weise einen Spread von knapp 4 Basispunkten auf. Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der gleiche Term Spread bei 25 Basispunkten. Die "Wiederbelebung" des britischen Parlaments nach der Verabschiedung eines Gesetzes, den No-Deal Brexit gegebenenfalls zu verschieben, habe die Aussichten durchaus ein wenig aufgehellt. Hinzu sei gekommen, dass die Schwierigkeiten der italienischen Regierung gelöst zu sein scheinen.

Diese beiden Faktoren hätten schon zu einem Anziehen der Renditen geführt. Andererseits hätten ISM PMI und der Beschäftigungszuwachs in den USA den Marktteilnehmern vor Augen geführt, dass auch die Amerikaner nicht unendlich lange ohne Schrammen dem Handelskonflikt mit China entkommen würden, sondern ebenfalls Nachteile zu spüren bekämen. Anderseits könne damit gerechnet werden, dass die Federal Reserve auf eine konjunkturelle Verlangsamung reagieren werde. Außerdem habe der ISM für den Dienstleistungsbereich eindrucksvoll bestätigt, dass der Service-Sektor weiterhin sehr robust zu sein scheine.

In dieser Woche würden die Entwicklungen in London mitbestimmend für die Rentenmärkte bleiben, aber auch die Entscheidungen in Frankfurt könnten für Kursbewegungen sorgen: Dabei komme es bei der EZB-Sitzung nicht nur auf das Ausmaß der Zinssenkungen und des Quantative Easings an, sondern auch auf die Kommentierung dieser Maßnahmen von Mario Draghi bei der anschließenden Pressekonferenz. Relativ viel sei bereits eingepreist - die Erwartungen für umfangreiche Taten seien hoch! Daneben stünden die US-Daten zu den Konsumentenpreisen und zu den Einzelhandelsumsätzen im Fokus, die im Grunde nur noch für die Entscheidung, ob das FOMC im vierten Quartal erneut tätig werde, von Belang seien. Denn nächste Woche sei fest mit einer Senkung der FED Funds Target Rate zu rechnen. (09.09.2019/alc/a/a)