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Renten: Renditen 10J Bunds und 10J US-Treasuries überschreiten Marken von -0,40% bzw. 1,20%


15.02.21 15:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Veröffentlichung moderater Preissteigerungsraten aus den USA für Januar trugen zunächst zu einer gewissen Skepsis hinsichtlich der Frage bei, ob absehbar mit einer wieder zu hohen Inflation zu rechnen ist, so die Analysten der Nord LB.

Diese Einschätzung habe erst zu einem Rückgang der Renditen der Benchmarkanleihen gesorgt, bevor diese dann zum Wochenschluss massiv angestiegen seien. Grundsätzlich bleibe nämlich die Stimmungslage vieler Marktteilnehmer auf Sicht von drei bis sechs Monaten verhalten optimistisch bezüglich der konjunkturellen Entwicklung: Fortschritte bei den Impfungen, eine Ausweitung der Impfliefermengen sowie ein Rückgang der Neuinfektionszahlen hätten das derzeit von den meisten Marktteilnehmern favorisierte Szenario einer zu erwartenden sukzessiven konjunkturellen Aufhellung bestätigt, wodurch Staatsanleihen beiderseits des Atlantiks - wie bereits seit Wochen - grundsätzlich unter Druck geblieben seien: Während die Rendite zehnjähriger US-Treasuries zu Wochenbeginn sogar über der Marke von 1,20% liege, sei jene der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen auf über - 0,40% angesprungen.

Dennoch würden Unsicherheiten über den weiteren Pfad von des Infektionsgeschehens, der nötigen Restriktionen und damit der Konjunkturentwicklung anhalten, was das durchaus vorhandene Anstiegspotenzial der Renditen bremse. Dennoch sollte im Frühsommer der konjunkturelle Aufschwung an Fahrt aufnehmen und die Renditen - zumindest in den USA - ihren begonnenen Aufwärtstrend fortsetzen. Dieses Szenario gelte zumindest, solange die Impfstoffe sich als (überwiegend) wirksam erweisen würden.

Von der Seite der Konjunkturindikatoren sei in dieser Woche wieder von etwas mehr Impulsen auszugehen, was vor allem an den Datenveröffentlichungen aus den USA liege: So werde am Mittwoch auf die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion zu achten sein und am Donnerstag auf die Baubeginne und -genehmigungen und den Philadelphia-Index. Nach drei Rückgängen in Folge dürften die Einzelhandelsumsätze wieder zugelegt haben, die Industrieproduktion dürfte trotz des sehr starken Vormonatsanstiegs nochmals angestiegen sein. Die Baudaten dürften unverändert robust ausfallen. Zudem seien die ZEW-Umfrageergebnisse am Dienstag und der Markit PMI am Freitag die Highlights für Deutschland. FED-Watcher würden am Mittwoch auf die Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls (Minutes) schauen. (15.02.2021/alc/a/a)