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Renten: Renditeanstieg setzt sich fort


04.10.21 11:49
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Rentenmärkte stehen in diesen Tagen zwischen den Stühlen, so die Experten von Union Investment.

Einerseits würden die Pläne der Notenbanken für steigende Renditen sprechen. Gleichzeitig halte auch der Inflationsdruck weiter an. So seien in der vergangenen Woche die ersten Schätzungen für September veröffentlicht worden. Demnach seien die Preise in Deutschland im Jahresvergleich um 4,1 Prozent gestiegen. Das sei der höchste Wert seit 1993.

Für den anhaltenden Aufwärtsdruck seien neben den hohen Energiepreisen vor allem die nach wie vor bestehenden Lieferengpässe verantwortlich. In den ersten Handelstagen seien die Kurse von Staatsanleihen daher unter Druck gekommen. Die Rendite zehnjähriger US-Schatzanweisungen sei zwischenzeitlich auf mehr als 1,55 Prozent gestiegen. Laufzeitgleiche Bundesanleihen hätten mit minus 0,18 Prozent rentiert.

Andererseits hätten die zunehmenden Wachstumssorgen und die Schuldendebatte in den USA für eine höhere Risikoaversion der Marktteilnehmer gesorgt. Darüber hinaus werde befürchtet, dass sich auch die hohen Teuerungsraten zunehmend dämpfend auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken könnten. Schließlich stehe den Verbrauchern damit weniger Geld für den Konsum zur Verfügung. Kurz vor dem Wochenende sei es daher zu einer Gegenbewegung gekommen. Im Rahmen wieder fallender Renditen habe ein Teil der Verluste dabei wieder aufgeholt werden können.

Angesichts der verringerten Risikoneigung der Anleger seien auch Anlageklassen mit einem Risikoaufschlag unter Druck gekommen. Bei Unternehmensanleihen hätten sich die Kursbewegungen allerdings in Grenzen gehalten. Und auch Staatspapiere aus den Peripherieländern hätten recht stabil gelegen. Hier stütze die gute wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr, die vor allem Italien Spielräume für mögliche Reformen eröffne.

Staatsanleihen aus den Schwellenländern hätten ebenfalls leicht höhere Risikoaufschläge hinnehmen müssen. Hier seien es vor allem die höheren Energiepreise, die belastet hätten und weniger die allgemeinen Wachstumssorgen gewesen. Erstaunlicherweise hätten die Förderländer hiervon nicht profitieren können.

In dieser Woche stünden noch einige Einkaufsmanagerindices aus dem Dienstleistungssektor zur Veröffentlichung an. Das Hauptaugenmerk der Anleger werde aber auf dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag liegen. Je stärker dieser Bericht ausfalle, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbanker bereits auf ihrem nächsten Treffen am 3. November den Startschuss für eine Rückführung ihrer Anleihekäufe (Tapering) geben werde. Es werde im Konsens ein Anstieg um 500.000 neue Stellen erwartet. (Ausgabe vom 01.10.2021) (04.10.2021/alc/a/a)