Renten: Nichts Neues aus den USA zu den Themen Steuerreform und Anhebung der Verschuldungsobergrenze


06.12.17 11:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Gestern machte sich an den US-amerikanischen Kapitalmärkten Unruhe breit: Zu den derzeit wohl wichtigsten beiden Themen, Steuerreform und Anhebung der Verschuldungsobergrenze, gab es keine Neuigkeiten, so die Analysten der National-Bank AG.

Allerdings würden sich die Versuche mehren, die Steuerreformpläne einzuordnen. Und es scheine nicht für alle Unternehmen Vorteile zu bieten. Allerdings sei eine endgültige Beurteilung der Pläne noch gar nicht möglich. Schließlich müssten die Entwürfe von Senat und Repräsentantenhaus noch zu einem Plan zusammengeführt werden. Etwas Konkretes scheine es bislang aber nicht zu geben.

Hinsichtlich der Anhebung der Verschuldungsobergrenze solle laut Aussagen aus republikanischen Kreisen der Vorschlag in den Kongress eingebracht werden, die Verschuldungsobergrenze anzuheben, sodass für weitere zwei Wochen, also bis zum 22. Dezember, ausreichend Geld vorhanden sei, damit die USA alle ihre Verpflichtungen erfüllen könnten. Das Datum sei sicher mit Bedacht gewählt, da sich dann der Druck auch auf die Demokraten erhöhen würde, einem Kompromiss zuzustimmen. Schließlich möchte wohl niemand einem (großen) Teil der Staatsbediensteten das Weihnachtsfest vermiesen, weil der Staat seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen könne.

Auf so ein Vorgehen würden sich die Demokraten nicht oder nur gegen große Zugeständnisse einlassen, da die dahinter liegende Strategie offensichtlich sei. Grundsätzliche Probleme würden so jedenfalls nicht gelöst, und das Kaufen zusätzlicher Verhandlungszeit bringe ebenfalls nicht viel. Man hätte sich bereits früher einigen können. Der Druck, sich zu einigen, sei jetzt ja ebenfalls vorhanden.

Komme es tatsächlich zur teilweisen Schließung der öffentlichen Verwaltung, dürfte das durchaus Einfluss auf die Stimmung der Konsumenten und damit das Weihnachtsgeschäft haben. Noch würden rund 70 Stunden bleiben, um sich zu einigen. Dass die Dienstleister gemessen mit dem ISM für das Dienstleistungsgewerbe etwas pessimistischer geworden seien, sollte dagegen nicht überbewertet werden. Mit einem Wert jenseits der 57 Punkte stünden die Zeichen dort immer noch auf Wachstum.

Immerhin habe Jerome Powell gestern die erste Hürde genommen, um die Nachfolge von Janet Yellen anzutreten. Bei nur einer Gegenstimme habe das Banking Committee des Senats seiner Nominierung zugestimmt, sodass der gesamte Senat in der kommenden Woche über seine Nominierung abstimmen könne. Im weiteren Tagesverlauf würden die Entwicklungen in den USA das bestimmende Thema bleiben. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie seien am Morgen ebenfalls zu beachten. Und der US-Arbeitsmarktbericht werfe seine Schatten voraus. Der ADP-Bericht sei aber nicht immer ein guter Vorbote für den offiziellen Arbeitsmarktbericht gewesen.

Im Hinblick auf die Sorgen der Investoren, die gestern bereits zu ersten Verkäufen von riskanteren Anlagen geführt hätten, die sich heute Morgen in Asien fortsetzen würden, dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit Gewinnen in den Tag starten. Der Bund-Future sollte sich zwischen 162,60 und 163,75 (März-Kontrakt) bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,28 und 2,42% schwanken. (06.12.2017/alc/a/a)





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