Renten: Neue Erkenntnisse aus dem Protokoll der letzten Tagung des FOMC sind nicht zu erwarten


03.01.18 10:10
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Der Jahresauftakt an den Rentenmärkten fiel bei geringen Umsätzen wenig erfreulich aus, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Renditen seien in Europa und den USA angestiegen, die Zinsdifferenzen von Staatsanleihen aus Italien, Portugal und Spanien gegen Bunds hätten sich ausgeweitet. Die Ursache dafür sei relativ schnell ausgemacht: Die Aussagen von Benoir Coeure hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. Mit dem österreichischen Notenbankchef, dessen Äußerungen gestern in eine ähnliche Richtung gegangen seien, werde die denkbare Einstellung der Anleihekäufe durch die EZB nach September tatsächlich hoffähig. Aus heutiger Sicht könnte die wirtschaftliche Entwicklung das durchaus hergeben.

So hätten die teils endgültigen Markit Einkaufsmanagerindices das bekannte, positive Bild für die kommenden Monate bestätigt. Da die EZB-Spitze vor allem mit der geringen Preisdynamik für ein Beibehalten der ultra-lockeren Geldpolitik plädiert habe, würden die weiteren Preisdaten kritisch beäugt und hinterfragt werden. Für Spekulationen über die Terminierung eines ersten Leitzinsschrittes sei es jedoch viel zu früh. Immerhin würden die positiven Konjunkturnachrichten nicht so schnell abreißen.

Der deutsche Arbeitsmarktbericht dürfte zeigen, dass, wie bereits vorab mehrfach gemeldet, die Beschäftigung in Deutschland auf einem Rekordniveau sei und dass man trotz etwa 2,6 Mio. Arbeitslosen Arbeitskräfteknappheit spüre. Obwohl der Arbeitsmarkt auch in anderen Euroländern angesprungen sei, sollte man die hohe Jugendarbeitslosigkeit nicht außer Acht lassen. Die wirtschaftliche Entwicklung überdecke die strukturellen Probleme und Herausforderungen.

Am Nachmittag sei der ISM für das Verarbeitende Gewerbe für eine positive Überraschung gut. Schließlich dürfte sich die Stimmung der Unternehmen durch die Steuerreform, die im Erhebungszeitraum für den Indikator bereits vor dem Abschluss gestanden habe, noch einmal verbessert haben. Am meisten Aufmerksamkeit sollte jedoch dem Protokoll der letzten Tagung des FOMC zu Teil werden. Zum einen dürfte es zusätzliche Erläuterungen für die Leitzinsanhebung geben. Vielleicht gebe es zusätzliche Erläuterungen, wie es zu den beiden Stimmen könne, die gegen die Leitzinsanhebung votiert hätten.

Es dürfte außerdem nähere Informationen zum Ausblick auf das laufende Jahr geben, wobei aus Notenbanksicht drei Leitzinsanhebungen im laufenden Jahr als gesetzt gelten würden, die Investoren das aber noch nicht so recht glauben mögen würden. Zugleich dürften sich die US-Notenbanker vergleichsweise zuversichtlich zeigen, dass das Inflationsziel nunmehr in Reichweite komme. Nichts Neues werde es dagegen zur Einschätzung der Auswirkungen der US-Steuerreform geben, obwohl die Grundzüge um den Tagungstermin bereits festgezurrt gewesen seien. Die Bewertung durch die US-Notenbank dürfe man auf der ersten Tagung des FOMC Ende Januar erwarten.

Erwartungsgemäß hätten die Aussagen aus EZB-Kreisen dazu beigetragen, dass der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) bereits nach dem ersten Handelstag dieses Jahres angeschlagen sei. Die Vorgaben würden allenfalls für eine behauptete Eröffnung sprechen. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,50 und 161,90 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,39 und 2,52% schwanken. (03.01.2018/alc/a/a)