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Renten: Nahezu unveränderte Renditen


01.02.21 12:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der in der Berichtswoche erfolgte Rücktritt von Ministerpräsident Conte wurde am Markt mit Gelassenheit aufgenommen, so die Experten von Union Investment.

Conte dürfte nun versuchen, die abgesprungene Italia Viva zurückzuholen und seine Koalition zu stärken. Die Konsultationen dürften bis in das Wochenende hinein laufen, in dieser Woche werden wir hoffentlich klarer sehen, so die Experten von Union Investment. Sei die italienische Zehnjahresrendite zum Freitagsschluss der Vorwoche zunächst noch auf 0,75 Prozent angestiegen, sei in den vergangenen Handelstagen eine deutliche Entspannung gefolgt.

Am Freitagvormittag würden Zehnjahrespapiere mit 0,63 Prozent und damit zwölf Basispunkte tiefer als zum Vorwochenschluss rentieren. Der Renditeaufschlag (Spread) zu deutschen Bundesanleihen habe sich nach der deutlichen Ausweitung in der Vorwoche auf zuletzt 114 Basispunkte ermäßigt. In den anderen Peripheriemärkten hätten sich die Renditen in der Berichtswoche etwas zurückgebildet oder seitwärts bewegt.

Sowohl bei den US-Treasuries als auch den deutschen Bundesanleihen seien im Wochenverlauf zunächst Kursgewinne und damit rückläufige Renditen zu beobachten gewesen. Die Zurückhaltung der Anleger gegenüber risikoreichen Anlagen habe sichere Staatspapiere unterstützt. Am Freitag sei es dann, vor allem am deutschen Staatsanleihemarkt, zu einer Gegenbewegung gekommen. Die jüngsten Inflationsdaten und das damit einhergehende Anziehen der Inflationserwartungen hätten zuletzt doch eher belastet.

Mit Blick auf die Zinsstrukturkurven seien sowohl in den USA als auch in Deutschland nur minimale Renditeverschiebungen zu beobachten gewesen. Die US-Notenbanksitzung habe mit dem Beibehalten der aktuellen geld- und zinspolitischen Strategie somit keinen Einfluss auf das Kursgeschehen gehabt.

Am Primärmarkt für neue Staatsanleihen habe die Europäische Union zwei weitere Papiere emittiert. Mit den beiden sogenannten Sure Bonds, die der Finanzierung der Kurzarbeiterprogramme in der EU dienen würden, seien insgesamt 14 Milliarden Euro eingesammelt worden. Die Orderbücher seien zwar wieder deutlich überzeichnet gewesen, aber nicht mehr so stark wie bei den zuvor platzierten Papieren.

Gefragt seien auch die neuen Papiere aus Österreich, Griechenland und Slowenien gewesen, was auch für die Aufstockung einer deutschen Bundesanleihe gegolten habe. Zuletzt habe zudem Italien trotz politischer Unsicherheiten sehr erfolgreich drei neue Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten im Gegenwert von rund 8,5 Milliarden Euro platziert. Großbritannien werde Presseberichten zufolge demnächst erstmals mit einer grünen Anleihe an den Primärmarkt kommen. (Ausgabe vom 29.01.2021) (01.02.2021/alc/a/a)