Renten: Luft für den Bund-Future wird allmählich dünner


09.11.17 11:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Der Fokus der Marktteilnehmer dürfte heute auf den Daten zu den Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung liegen, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Analysten würden mit dem Marktkonsensus davon ausgehen, dass das niedrige Niveau um 230.000 Einheiten hier bestätigt werde. Damit würde sich der gute Trend am amerikanischen Arbeitsmarkt fortsetzen: Bereinigt um die Verwerfungen durch die Hurrikans würden die wöchentlichen "Jobless Claims" nach Erachten der Analysten auf monatliche Stellzuwächse oberhalb von 250.000 Einheiten verweisen. Insofern dürfte der Lohndruck am US-Arbeitsmarkt perspektivisch wieder zunehmen.

Entgegen der Wahrnehmung vieler europäischer Medien werde der Ausblick für die US-Konjunktur derweil immer besser: Die niedrige Volatilität in Kombination mit ganzen Batterien von Frühindikatoren verweise darauf, dass das Wachstumstempo derzeit weiter anziehe. Die Simulationen der Analysten würden hier darauf verweisen, dass die US-Kerninflation zwar langsam ansteige, dass dies aber eben auch ein Gutteil ein globaler Faktor sei - in der Diktion des jüngsten IWF-Ausblicks für die Weltwirtschaft ein globaler "common factor".

Weiterhin dürfte sich in den guten US-Gewinnen im Technologiesektor auch zumindest zum Teil eine Zunahme der Produktivität abzeichnen. Da auch die Produktivität ein entscheidender Faktor für die Lohnentwicklung sei, sollte sich der US-Kerninflation früher oder später Richtung 2% entwickeln. Spätestens wenn die Trendwende erfolgt sei, würden die Märkte dann doch mehr Schritte der FED einpreisen.

Derweil würden die Märkte nach Erachten der Analysten weiterhin den Anstiegspfad bei den FED Funds unterschätzen - etwa wenn man ihn mit den Erwartungen der FOMC-Mitglieder kontrastiere. Insofern würden die Analysten an ihrem Szenario festhalten, dass die US-Zinsen im weiteren Verlauf der nächsten zwölf Monate Renditen um 2,70 erreichen würden. Ein solcher Zinsanstieg - weit unterhalb der historischen Norm - sei aber für das globale Umfeld kein Belastungsfaktor. In Summa würden die globalen wirtschaftlichen Perspektiven klar aufwärts gerichtet bleiben.

Die Analysten würden auf die kurze Frist weiterhin davon ausgehen, dass der Aufwärtstrend beim Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) allmählich auslaufen sollte. Bei Renditen um 2,30 lägen die US-Renditen viel zu tief. Der kommende Zinsanstieg in den USA sollte zumindest perspektivisch auch wieder stärker auf die Bund-Kurve durchschlagen. Die Analysten würden für heute eine Seitwärtsbewegung bei einer Handelsspanne von 162,75 bis 163,80 Indexpunkten sehen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte heute zwischen 2,26% und 2,37% notieren. (09.11.2017/alc/a/a)





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