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Renten: Lange Laufzeiten gefragt


13.07.20 09:41
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Staatsanleihemärkte tendierten in der Berichtswoche vom 6. bis 10. Juli 2020 leicht freundlich, so die Experten von Union Investment.

Die Corona-bedingte Risikoaversion habe zu einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Papieren und damit zu leicht rückläufigen Renditen geführt. In den USA sei im Zehnjahresbereich ein Renditerückgang um zehn Basispunkte zu beobachten gewesen. Die amerikanische Zinskurve habe in der Berichtswoche über die langen Laufzeiten (30 Jahre minus 15 Basispunkte) etwas flacher tendiert. Die Bund-Kurve habe ebenfalls flacher tendiert, dort sei der Renditerückgang (30 Jahre minus neun Basispunkte) aber geringer ausgeprägt gewesen als am US-Markt.

Die Peripherie habe sich ebenfalls gut gehalten, die Renditen an den jeweiligen Märkten seien um zwei bis vier Basispunkte gefallen. Griechenland nähere sich bei der Zehnjahresrendite der Marke von einem Prozent (1,09 Prozent per Freitagvormittag). Die weitere Entwicklung in der Peripherie dürfte in erster Linie von den Fortschritten bei den Verhandlungen um den EU-Wiederaufbaufonds abhängen.

Der Markt für Euro-Unternehmensanleihen habe ebenfalls leicht freundlich tendiert. Der Handel sei in der Berichtswoche recht ruhig verlaufen. Am Donnerstag habe es am sehr regen Primärmarkt das erste Mal seit längerem keine Euro-Neuemission gewesen, was unterstützt habe.

Staatsanleihen aus den Schwellenländern hätten auf Gesamtmarktebene hingegen ein wenig verloren. Einzelne Ereignisse wie der rückläufige Ölpreis, lokale Corona-Herde (Hongkong) oder auch Faktoren um China (Sanktionen) hätten dort für etwas Verunsicherung gesorgt. Die Risikoprämien (Spreads) gegenüber US-Schatzanweisungen hätten sich gegenüber der Vorwoche auf Indexebene (J.P. Morgan EMBIG-Index) leicht auf 465 Basispunkte erhöht. (Ausgabe vom 10.07.2020) (13.07.2020/alc/a/a)