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Renten: Kursverluste, US-Zehnjahresrendite bei über einem Prozent


11.01.21 08:55
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Jahresauftakt ging es mit den Notierungen der US-Staatsanleihen bergab. Denn die demokratische Mehrheit im Senat schürt Erwartungen bezüglich rascher fiskalischer Maßnahmen und hat die zehnjährigen US-Treasury-Renditen damit über die Ein-Prozentmarke gehievt, so die Experten von Union Investment.

Die Befürchtungen der Anleger hätten auf einer Ausweitung der US-Staatsverschuldung beruht. In der Folge habe die Zehnjahresrendite für US-Treasuries erstmals seit vergangenem März die Ein-Prozentmarke (1,08 Prozent per Freitagmittag) überschritten. Der Renditesprung gegenüber dem Jahresschluss habe somit immerhin 17 Basispunkte betragen. Die US-Zinskurve habe somit auf Wochensicht einen steileren Verlauf angenommen. 30-jährige Laufzeiten hätten 20 Basispunkte höher rentiert.

Damit einhergehend habe die Zinsdifferenz (Transatlantikspread) zwischen US-Staatspapieren und deutschen Bundesanleihen zugenommen. Zwar sei die Rendite zehnjähriger Bundespapiere ebenfalls, mit fünf Basispunkten (auf minus 53 Basispunkte) aber weniger deutlich angestiegen. Der Spread zu den USA habe sich in der Berichtswoche somit auf nunmehr 160 Basispunkte ausgeweitet. Zum Vergleich: Im Sommer vergangenen Jahres sei die Zinsdifferenz zeitweise nur noch 100 Basispunkte zusammengelaufen.

Die Peripherie-Staatsanleihemärkte hätten sich in der ersten Handelswoche stabil bis leicht freundlich gezeigt. Die Zehnjahresrenditen hätten sich um einige wenige Basispunkte vermindert. In Portugal sei dabei die Verzinsung in den negativen Bereich (minus drei Basispunkte) abgerutscht. Die zum Jahresauftakt erwartete umfangreiche Neuemissionstätigkeit habe sich bislang nicht belastend auf die jeweiligen Märkte ausgewirkt.

So habe etwa Italien in der Berichtswoche eine Anleihe mit 15 Jahren Laufzeit platziert, die gut nachgefragt gewesen sei. Hohe Neuemissionsvolumen hätten auch Euro-Unternehmensanleihen und festverzinsliche Papiere aus den Schwellenländern verzeichnet. Dies habe die entsprechenden Märkte jedoch nicht belastet. Unternehmenspapiere hätten leicht freundlich tendiert, die Risikoprämien seien geringfügig gefallen. Anleihen aus den Schwellenländern seien im Zuge der Verluste bei den US-Schatzanweisungen hingegen etwas unter Druck gekommen. Die Risikoaufschläge in diesem Anleihesegment hätten jedoch leicht rückläufig tendiert. (Ausgabe vom 08.01.2021) (11.01.2021/alc/a/a)