Renten: Kommt der Durchbruch für die Anhebung der US-Verschuldungsobergrenze heute?


08.02.18 10:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Verunsicherung der Investoren blieb gestern bestehen, so die Analysten der National-Bank AG.

An den Aktienmärkten habe sich die Beruhigung zwar fortgesetzt. Von business as usual könne jedoch noch keine Rede sein. Im Euroraum habe erneut beobachtet werden können, wie sich die Renditeaufschläge von Staatsanleihen aus der Peripherie gegen Bundesanleihen eingeengt hätten. Diese Bewegung sei vor allem nach Bekanntgabe der Einigung auf eine Fortsetzung der großen Koalition in Deutschland erfolgt. Die Details, die aus der Koalitionsvereinbarung nach und nach durchgesickert seien, hätten deutlich gemacht, dass die antizyklische und daher eher restriktiv wirkende deutsche Sparpolitik wohl dem Ende zugehe. Dementsprechend dürfte die deutsche Haltung gegenüber den europäischen Partnern hinsichtlich der Fiskalpolitik dieser Länder ebenfalls moderater werden.

Von den Wirtschaftsdaten seien gestern erwartungsgemäß keine Impulse ausgegangen. Das werde sich heute nicht ändern. Man werde allenfalls kurz auf die deutschen Außenhandelsdaten schauen, die aber das gewohnte Bild sehr hoher Überschüsse zeigen würden. Heute Morgen seien bereits chinesische Außenhandelsdaten veröffentlicht worden. Diese hätten in jeder Hinsicht überrascht. Besonders stark seien die Importe gestiegen, was durchaus auf eine höhere Nachfrage nach Rohstoffen zurückgeführt werden könne. Ansonsten würden sich die Blicke zum einen nach Washington richten. Im Senat habe es zwischen den Republikanern und Demokraten eine Einigung in Sachen Haushalt gegeben, die für die kommenden zwei Jahre gelten solle.

Heute werde über den ausgearbeiteten Kompromiss im Senat abgestimmt, sodass der Senat der Anhebung der Verschuldungsobergrenze zustimmen werde. Ob der shutdown der öffentlichen Verwaltung heute um Mitternacht US-amerikanischer Zeit verhindert werden könne, hänge nun am Repräsentantenhaus. Dieses müsse dem Senatskompromiss nämlich noch zustimmen. In dieser parlamentarischen Kammer rege sich jedoch Widerstand, weil das Thema "Verbleib der Dreamer in den USA" kein Bestandteil des Kompromisses sei. Außerdem müsse der US-Präsident dem Gesetz noch zustimmen.

Zum anderen würden sich heute zahlreiche Notenbanker äußern. Die EZB-Vertreter würden jedoch nichts Neues berichten. Ihre Positionen seien hinlänglich bekannt. Impulse dürfe man ebenso wenig vom Economic Bulletin der EZB erwarten, allenfalls eine Rechtfertig für die Beibehaltung der lockeren Geldpolitik trotz starken Wachstums im Euroraum. Die meisten US-Notenbanker, die sich heute äußern würden, seien dem Lager der "Tauben" zuzuordnen und im FOMC nicht stimmberechtigt. Daher sollte sich der Einfluss auf die Kapitalmärkte in engen Grenzen halten. Um die Mittagszeit werde man kurz nach UK schauen müssen, denn die Bank of England werde sich zur Leitzins- und Inflationsentwicklung äußern. Eine Anhebung der Base Rate sei nicht zu erwarten.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte wenig verändert in den Tag starten. Gegen Abend dürfte es mit der Emission der 30-jährigen T-Bonds jedoch durchaus Druck auf die Kursnotierungen geben. Der Bund-Future dürfte sich zwischen 157,20 und 158,60 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,75 und 2,91% schwanken. (08.02.2018/alc/a/a)