Renten: Kommt Bewegung in die Austrittsgespräche mit den Briten?


04.12.17 12:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Obwohl sich Trump-Administration mit zahlreichen politischen Problemen konfrontiert sieht, ist ein großer Erfolg zum Greifen nahe: Die angestrebte umfassende Steuerreform, so die Analysten der National-Bank AG.

Am Freitagabend habe eine Mehrheit im Senat für den innerhalb der republikanischen Fraktion ausgehandelten Kompromiss gestimmt, sodass es nun nur noch eine Hürde gebe, bevor die Steuerreform dem Präsidenten zur Ratifizierung vorgelegt werden könne: Die Republikaner im Senat und im Repräsentantenhaus müssten sich auf eine gemeinsame Steuerreform verständigen, denn beide Entwürfe würden sich in zahlreichen Detailfragen unterscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, sich auf eine gemeinsame Linie bis zum Jahresende zu einigen, sei hoch.

Die ersten Reaktionen in Asien habe es bereits gegeben: Die US-Aktienfuture hätten zugelegt, und die Renditen der US-Treasuries seien angestiegen. Schließlich werde ein Teil der Steuerreform über höhere Haushaltsdefizite finanziert werden. Selbst die Schätzungen des Congressional Budget Office (CBO) seien zu diesem Thema relativ vage. Es werde von 1.000 bzw. 1.500 Mrd. USD zusätzlichem Defizit über die kommenden zehn Jahre gesprochen. Das CBO räume jedoch ein, dass es nicht genug Zeit zur Verfügung gehabt habe, um das genaue Ausmaß abzuschätzen. Die Reaktion der US-Notenbanker sei in diesem Zusammenhang ebenfalls von Interesse. Bislang habe die FED in ihren Projektionen keine Steuerreform berücksichtigt. Nun werde sie darum kaum herum kommen.

Obwohl es durchaus einige FED-Vertreter gebe, die mit Blick auf die sich abflachende Renditestrukturkurve davor warnen würden, das kurze Ende über Leitzinsanhebungen nach oben zu ziehen, werde die FED die Situation wohl neu bewerten müssen. Schließlich komme die Steuerreform zu einem Zeitpunkt, zu dem Vollbeschäftigung herrsche. Und ob die Maßnahmen der Regierung tatsächlich dazu beitragen würden, die Produktivität erheblich zu erhöhen, um keinen zusätzlichen Inflationsdruck zu verursachen, sei völlig offen. Vermutlich werde sich die Notenbankchefin zu diesem Thema auf der Pressekonferenz nach der letzten Tagung des FOMC in diesem Jahr am 13. Dezember erklären müssen.

Allerdings sollte man nicht übersehen, dass ein weiteres Thema noch längst nicht aus dem Weg geräumt sei: Die Anhebung der Verschuldungsobergrenze. Hierzu würden demokratische Stimmen benötigt. Die Verhandlungen würden dazu sicher laufen. Zählbares gebe es dazu nicht. Die geplante Struktur der Steuerreform werde den Demokraten sicher nicht gefallen, sodass sie vermutlich ihre Verhandlungsposition im Zuge der Anhebung der Verschuldungsobergrenze nutzen würden.

Konjunkturdaten würden in diesem Zusammenhang kaum eine Rolle spielen. Am Freitag hätten sowohl die Markit Einkaufsmanagerindices als auch der ISM für das Verarbeitende Gewerbe in den USA überzeugen können, auch wenn er etwas schwächer ausgefallen sei. Die US-Auftragseingänge sowie die europäischen Erzeugerpreise würden kaum Beachtung finden. Hierzulande würden sich die Blicke eher auf das Eurogruppentreffen richten. Zum einen dürfte es zusätzliche Vereinbarungen mit Griechenland geben. Zum anderen werde der Stand der Brexit-Verhandlungen ein Thema sein. Hier erhoffe man sich vom für heute angesetzten Spitzentreffen May/Junker einen Durchbruch. Außerdem müsse noch ein neuer Eurogruppenchef bestimmt werden.

Mit den Vorgaben aus Asien dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit Verlusten in den Tag starten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 162,60 und 164,10 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,35 und 2,51% schwanken. (04.12.2017/alc/a/a)






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