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Renten: Können die anstehenden Konjunkturindikatoren den Renditeanstieg rechtfertigen?


13.10.20 10:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Im Laufe der Woche werden weltweit wieder einige wichtige Konjunkturindikatoren veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.

Am Dienstag stünden die Umfrageergebnisse des deutschen ZEW und die Konsumentenpreise aus den USA an, am Donnerstag der New Yorker Empire State Survey, der Philadelphia-Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und am Freitag aus den USA die Angaben zu den Einzelhandelsumsätzen, zur Industrieproduktion sowie die vorläufigen Oktober-Zahlen zum Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan.

Insofern dürfte es insbesondere am letzten Tag der Woche sehr spannend für die Rentenmärkte werden. Die Anleger würden aus diesen neuen Zahlen vor allem erkennen wollen, ob der zuletzt beobachtete Renditeanstieg tatsächlich gerechtfertigt sei. Dabei würden die beiden regionalen Stimmungsumfragen aus New York und Philadelphia bereits für den Berichtsmonat Oktober zwar weiter klar im Positivbereich verharren, aber dennoch leichte Rückgänge zum Vormonat verzeichnen mögen.

Das US-Verbrauchervertrauen dürfte stagnieren. Insofern könnte es am Freitag tatsächlich auf die Einzelhandelsdaten und die Industrieproduktion ankommen, wie die Rentenmärkte die Woche abschließen würden. Die Headline-Indices beider Indikatoren sollten immerhin erneut anziehen. Mit diesem Datenkranz werde bereits eine recht solide Abschätzung des BIP-Wachstums im 3. Quartal gelingen können, welches die Analysten derzeit mit einem Plus von (mindestens) annualisiert 25% veranschlagen würden.

Die Resultate der ZEW-Umfrage bereits am Dienstag dürften sich nach zuletzt ordentlichen Aufhellungen nur noch moderat verbessern. Zudem müsse der Präsidentschaftswahlkampf in den USA im Auge behalten werden. Aktuell beginne der Rentenmarkt zwar, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass schon allein logistische Faktoren die Beendigung der Auszählung der Briefwahlergebnisse zumindest in einigen eventuell sehr relevanten Swing-States erst nach dem 3. November ermöglichen könnten, wie viele mögliche Turbulenzen bei der Abstimmung bereits in den Kursen der Rentenpapiere eingepreist seien, sei derzeit aber doch noch sehr unklar. (Ausgabe vom 12.10.2020) (13.10.2020/alc/a/a)