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Renten: Italien und US-Arbeitsmarkt treiben die Renditen


08.10.18 16:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der italienische Staatshaushalt bleibt fest im Auge der internationalen Rentenmärkte, so die Analysten der Nord LB.

Sorgen der Anleger um zu hohe von Rom geplante Ausgaben würden die Risikoprämien von Staatsanleihen Italiens anziehen lassen. Bei Papieren mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren sei mittlerweile die psychologisch wichtige Marke von 3,50% in den Fokus gerückt. Die Investoren seien also schon nervös. Der aktuelle Zinsanstieg in den USA sei dagegen eine Konsequenz der positiven Lage der Wirtschaft des Landes. Vor allem auf den zweiten Blick präsentiere sich die Beschäftigungssituation in den USA am aktuellen Rand nicht unerfreulich - im Gegenteil! Wieder würden insbesondere die Revisionen der Zahlen aus der Vergangenheit auch das Bild der momentanen Lage prägen.

So seien im September nach vorläufigen Angaben zwar nur 134.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft entstanden, allerdings sei es zu einer recht ausgeprägten Aufwärtsrevision der für die Vormonate gemeldeten Daten gekommen. In der Summe seien der nun neuen Historie der Zeitreihe folgend im August und Juli immerhin 87.000 Jobs mehr entstanden, als bisher von den offiziellen Statistikern angenommen worden sei.

Zudem sollte der Hurrikan "Florence" am aktuellen Rand in gewissem Umfang belastend gewirkt haben. Die separat erhobene US-Arbeitslosenquote sei im Berichtsmonat September auf lediglich 3,7% gefallen. Selbst Pessimisten würden sich in den USA nun langsam an die Benutzung des Begriffs "Vollbeschäftigung" gewöhnen müssen. Damit sollte die FED unter Zugzwang bleiben. Ein weiterer Zinsschritt im Dezember dürfte auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen inzwischen nahezu sicher sein.

Dieses Umfeld spreche grundsätzlich auch für höhere US-Kapitalmarktzinsen. Die Rendite von Staatsanleihen der Vereinigten Staaten mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren pendele daher inzwischen schon um 3,20%. Die Aussicht auf in der Zukunft höhere kurzfristige Zinsen hebe das mittel- und langfristige Renditeniveau im USD-Universum also in signifikantem Umfang an. Der Rentenmarkt werde nun auf die US-Preisdaten und auf Reden von FED-Offiziellen zu achten haben. (08.10.2018/alc/a/a)