Renten: Die Investoren überdenken ihre Einschätzung über die Geldpolitik der FED


15.09.17 11:20
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Führung in Nordkorea hat es wieder getan: Doch so richtig scheint der jüngste Test einer Rakete die Anleger nicht mehr in Unruhe zu versetzen, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Reaktionen der Investoren würden sich jedenfalls im Grenzen halten. Der Gewöhnungseffekt setze allmählich ein, denn die ansonsten übliche Reaktion der Suche nach Sicherheit, die die Aktienmärkte unter Druck bringe sowie die Kurse von deutschen und US-amerikanischen Staatsanleihen steigen lasse und auch dem Goldpreis zu Kursgewinnen verhelfe, sei ausgeblieben.

Zu entspannt sollten die Marktakteure jedoch nicht sein. Die Situation in der Region dürfte sehr angespannt sein. Nun würden wieder die auf Provokationen aus Nordkorea bekannten Maßnahmen ergriffen: Südkorea halte militärische Manöver ab. Der UN-Sicherheitsrat treffe sich noch heute zu einer Dringlichkeitssitzung. Werde das Pjöngjang von weiteren Provokationen abhalten? Wohl kaum. Wenn dem Treiben ein Ende bereitet werden solle, sei der Einfluss von China auf das Land gefordert.

Neben dem Verhalten Nordkoreas werde es heute mindestens ein weiteres Thema geben, welches die Investoren beschäftigen werde: Die künftige Geldpolitik der FED. Sollten nämlich die US-Einzelhandelsumsätze auch einmal überzeugen können, so werde die Diskussion über den nächsten Leitzinsschritt der US-Notenbank nach den leicht über den Erwartungen ausgefallenen US-Konsumentenpreisen erheblich an Fahrt gewinnen.

Die Investoren täten nach wie vor gut daran, sich auf einen nächsten Leitzinsschritt im Dezember einzustellen, obwohl dann mit Stanley Fischer ein stimmberechtigtes Mitglied nicht mehr an Bord sein werde, das eher für eine straffere Geldpolitik stehe. Zugleich sei es nach wie vor als unwahrscheinlich anzusehen, dass bis dahin die zahlreichen Nachbesetzungsverfahren für vakante Plätze im Board of Governors abgeschlossen seien.

Zu beachten seien im Hinblick auf eine Straffung der US-Geldpolitik heute die Daten zur Industrieproduktion sowie die Kapazitätsauslastung. Über die Stimmung der Konsumenten werde der vorläufige Wert des Indikators der Uni Michigan Auskunft geben. Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA spreche für eine gute Stimmung bei den Konsumenten, obwohl sie die Hoffnung auf neue Impulse für ihren Geldbeutel durch bspw. Steuersenkungen im laufenden Jahr aufgeben sollten.

Von Interesse seien die weiteren Reaktionen auf das Ergebnis der geldpolitischen Tagung der Bank of England. Die britischen Notenbanker würden ihren derzeitigen geldpolitischen Kurs zwar aufrecht halten. Sie hätten jedoch ein deutliches Zeichen gesendet, dass sich das in den kommenden Monaten aufgrund der importierten Inflation, die sich nun weiter durchzufressen scheine, ändern könnte. Trotz klarer Worte bleibe es für die Bank of England eine Gradwanderung. Schließlich zeichne sich auf Basis des aktuellen Verhandlungsstands zwischen UK und der EU ab, dass es möglicherweise keinen geordneten Ausstiegt der Briten aus der EU geben werde. Die Folgen seien nur schwer absehbar und würden für die britische Geldpolitik Konsequenzen haben.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit Kursgewinnen in den Tag starten, obwohl die asiatischen Aktienmärkte auf die jüngste Provokation Nordkoreas kaum reagiert hätten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 161,05 und 162,40 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,10 und 2,25% schwanken. (15.09.2017/alc/a/a)





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