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Renten: Guter US-Arbeitsmarktbericht vs. Verunsicherung durch Verschärfung im Handelskrieg


09.07.18 16:39
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen tendierten in der vergangenen Woche seitwärts, so die Analysten der NORD LB.

Die Verzinsung zehnjähriger Bunds notiere nahe der Marke von 0,30%, die Rendite amerikanischer Treasuries wenig verändert bei 2,84%. Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen liege entsprechend bei historisch hohen 245 Basispunkten. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA sei mit knapp unter 30 Basispunkten nochmals etwas flacher geworden und auf dem niedrigsten Stand seit 2007. Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der Laufzeitenspread bei etwa 95 Basispunkten.

Die Suche nach sicheren Anlagemöglichkeiten habe sich zunächst einmal fortgesetzt, wovon insbesondere die Benchmarkanleihen profitiert hätten. Ein guter Arbeitsmarktbericht aus den USA habe dann aber zum Wochenschluss die Renditen wieder etwas steigen lassen. Während die neugeschaffenen Stellen mit 213.000 über den Erwartungen positiv ausgefallen seien, sei der überraschende Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,0% vor allem der höheren Erwerbstätigenzahl geschuldet gewesen, was letztlich auch als erfreuliches Signal bewertet werden könne. Der Stundenlohnanstieg um 0,2% M/M mache dagegen kein aggressiveres Vorgehen der Federal Reserve erforderlich.

In der Summe würden die guten Beschäftigungszahlen eine Fortsetzung der konjunkturellen Belebung in den USA erwarten lassen. Dagegen müsse die Verschärfung im Handelskonflikt zwischen den USA und dem Rest der Welt als Gefahr für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung angesehen werden. Vielleicht werde die Weltwirtschaft diese Vorgehensweise noch nicht in diesem Jahr oder zu Beginn des kommenden Jahres zu spüren bekommen.

Zudem sorge ja auch ein massives Fiskalpaket der US-Regierung zunächst noch für eine konjunkturelle Einmalspritze. Das halte die Renditen der US-Treasuries weiterhin bei 3,00% und im zweiten Halbjahr wohl auch bisweilen darüber. Doch perspektivisch - auf Sicht von zwölf Monaten und länger - würden die Erhöhungen von Handelszöllen wie ein schweres nasses Gewand auf der Weltkonjunktur lasten. Der Blick in dieser Woche sei auf die Veröffentlichungen zur deutschen ZEW-Umfrage und zu den amerikanischen Preisen gerichtet. Insbesondere der Anstieg der US-Inflation auf zu erwartende 2,9% Y/Y könnte für Reaktionen auf den Rentenmärkten sorgen. (09.07.2018/alc/a/a)