Renten: FED-Protokoll spricht im Saldo für höhere Leitzinsen


12.10.17 08:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Wie so oft, kommen die maßgeblichen Daten heute aus den USA: Vor allem werden viele Daten zur Entwicklung zu den Produzentenpreisen auf den verschiedenen Ebenen im Produktionsprozess veröffentlicht, so die Analysten der National-Bank AG.

Grundsätzlich habe sich bei den Produzentenpreisen zuletzt maßvoller Preisdruck aufgebaut. Gleichwohl würden die Zeitreihen im längerfristigen Vergleich in Regionen bleiben, die nicht typisch seien für eine Volkswirtschaft unter Vollbeschäftigung. Derweil würden sich aber auch die Zeichen mehren, dass sich dies allmählich ändere. So hätten die Stundenlöhne in den USA zuletzt wieder etwas stärker zulegen können und auch die ISM-Indices für den Preisdruck hätten zuletzt weiter zugelegt. Aus Sicht der Analysten seien mit Blick auf das Inflations-Conundrum sicherlich sowohl zyklische als auch strukturelle Faktoren am Werk. Zu den strukturellen gehöre eine immer intensivere globale Arbeitsteilung in Form einer Auflösung tradierter Beschäftigungsformen.

Teile des geringen Preisdrucks dürften aber auch die Spätfolge der Lehman-Krise sein, deren disinflationäre Effekte auf der globalen Ebene immer noch spürbar seien: Auch die Inflation globalisiere sich, mit Blick auf den sehr guten Ausblick für die Weltwirtschaft insgesamt dürfte die Preisentwicklung aber sukzessive wieder spürbarer anziehen. Die Analysten würden daher erwarten, dass sich die US-Kernraten mit der zunehmenden Anspannung der globalen Kapazitäten wieder allmählich normalisieren und sich in Richtung 2%-Marke bewegen würden. Im Zuge dieser Bewegung sollten sich dann auch die US-Treasuries in Richtung Renditen um 2,70 bewegen.

Das jüngste Protokoll der letzten FED-Sitzung habe derweil gezeigt, dass die Einschätzung der Inflationsentwicklung auch bei der FED unverändert das zentrale Thema sei. Die Mehrheit befürworte trotz des insgesamt geringen Preisdrucks weitere antizipative Zinsschritte nach oben. Neben den Preisdaten dürften die Neuanträge vermutlich weiterhin auf robusten Stellenzuwachs verweisen. Dies sei umso wichtiger, als dass die letzten Monatsdaten eine Überraschung nach unten bezüglich der Einschätzung der Folgen des Hurrikans beinhaltet habe. Last but not least dürften die Daten zum Bloomberg-Verbraucherkomfort auf eine weiterhin robuste Stimmung der privaten Haushalte in den USA verweisen.

Trotz haussierender Aktienmärkte würden die europäischen Zinssätze nicht so recht vom Fleck kommen: Es sei noch ein weiter Weg, bis die EZB die Zinssätze anheben werde. Daher würden die Analysten auch weiterhin an die Fortsetzung des Auseinenanderlaufens der Zinssätze dies- und jenseits des Atlantiks glauben - dies dürfte dem Dollar perspektivisch wieder mehr Rückenwind verleihen. In diesem Spannungsfeld sollte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) zunächst weiter Wasser treten. Die Analysten würden für heute ein Range-Trading in einer Spanne von 160,85 bis 161,75 Indexpunkten sehen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte heute zwischen 2,27% und 2,38% notieren. (12.10.2017/alc/a/a)





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