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Renten: FED-Aussagen von "voraussichtlich vorübergehenden" Preiseffekten im ersten Test


09.11.21 09:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Highlights der vergangenen Woche, wie die FOMC-Sitzung und der US-Arbeitsmarktbericht, wirken auch in der anstehenden noch nach, so die Analysten der Nord LB.

Dem FOMC-Statement und den Aussagen Jerome Powells sei zu entnehmen gewesen, dass die US-Notenbank weiterhin von "voraussichtlich vorübergehenden" Preissteigerungseffekten ausgehe. Powell habe sogar ganz konkret angemerkt, dass er mit einem Zurückweichen der preistreibenden transitorischen Faktoren im 2. oder 3. Quartal 2022 rechnen würde (wofür allerdings bereits die Basiseffekte sprechen dürften). In jedem Fall könnten die am kommenden Mittwoch für die USA anstehenden Preisdaten schon anzeigen, ob diese Hoffnungen berechtigt seien.

Kurzfristig gesehen dürfte das klar nicht der Fall sein: So würden die Analysten für den Berichtsmonat Oktober mit einem erneut deutlichen Monatsanstieg der Konsumentenpreise um 0,5% M/M rechnen, was die Inflationsrate auf unschöne 5,7% anheben würde. Auch die Kernrate dürfte um 0,4% M/M und damit auf 4,2% Y/Y anziehen. Das seien keine Zahlen, mit denen die Inflationssorgen verschwinden würden! Bereits am Dienstag könnten die US-Produzentenpreise vorab Hinweise für den zu befürchtenden Preisauftrieb liefern. Diese Indikatoren könnten die Renditen der Benchmarkanleihen beiderseits des Atlantiks wohl eher wieder nach oben treiben, wenngleich bereits viel von den Inflationssorgen eingepreist sein dürfte.

Zudem müssten neben den preislichen ja auch die konjunkturellen Tendenzen berücksichtigt werden. Doch nach dem robusten US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag werde es in dieser Woche keine weiteren relevanten Datenveröffentlichungen aus den USA geben (Ausnahme: Michigan-Index am Freitag), sodass sicherlich der am Dienstag zur Bekanntgabe anstehenden ZEW-Umfrage für Deutschland vermehrt Beachtung geschenkt werde. Hier stelle sich die Frage, ob sich die Konjunkturaussichten im größten Land der Eurozone weiter eingetrübt hätten oder nicht, was auch für internationale Investoren von Bedeutung sein werde.

Die Analysten würden für die ZEW-Konjunkturerwartungen mit einem Anstieg auf 24 Punkte rechnen, für die ZEW Lagebeurteilung mit einem Rückgang auf 18,5 Punkte. Von Marktinteresse werde auch das BIP-Wachstum für Großbritannien im 3. Quartal sein, was am Donnerstag veröffentlicht werde. (Ausgabe vom 08.11.2021) (09.11.2021/alc/a/a)