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Renten: Euro-Peripherie weiter gesucht


06.07.20 08:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Bereich der als sicher geltenden Bundesanleihen und US-Treasuries prägten angesichts der guten Risikostimmung leichte Verluste und damit anziehende Renditen das Geschehen, so die Experten von Union Investment.

Allerdings hätten sich beide Märkte trotz der Zugewinne an den Aktienbörsen relativ gut gehalten, die Zinskurven hätten sich nur geringfügig verändert. Am US-Markt habe die Zehnjahresrendite um drei Basispunkte angezogen, 30-jährige Papiere hätten sechs Basispunkte höher rentiert. Bei den Bundesanleihen habe sich ein ähnliches Bild geboten, je nach Laufzeit habe der Renditeanstieg zwischen einem und sieben (30 Jahre) Basispunkten betragen.

Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie seien hingegen im risikofreudigen Umfeld weiterhin gefragt gewesen. Die Risikoaufschläge von Papieren aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland seien gegenüber Bundesanleihen in der Berichtwoche merklich zurückgegangen. In Italien seien diese im Zehnjahresbereich bis auf 164 Basispunkte gefallen. Vom für die Peripherie freundlichen Umfeld habe Portugal profitiert, das mit einem vier Milliarden Euro schweren Bond an den Markt gekommen sei. Die mit einer Laufzeit von 15 Jahren ausgestattete Anleihe sei zehnfach überzeichnet und damit ein großer Erfolg gewesen. Portugal habe zur Jahresmitte mittlerweile zwei Drittel des für 2020 veranschlagten Neuemissionsvolumens am Markt platziert, was durchaus positiv für den portugiesischen Markt zu werten sei.

Zudem liege nun eine von allen Beteiligten erhoffte Lösung zum BVerfG-Urteil zu den Anleiheankäufen im Rahmen des PSPP vor. Die Bundesbank werde sich somit wohl weiterhin am Anleiheankaufprogramm beteiligen können.

In US-Dollar und Euro denominierte Staatsanleihen aus den Schwellenländern hätten in der Berichtswoche ebenfalls freundlich tendiert. Die Spreads würden sich bei repräsentativen JP Morgan EMBI Global Diversified-Index der Marke von 450 Basispunkten annähern. Zum Vergleich: Im März seien die Risikoaufschläge dort auf 720 Basispunkte geklettert. Auch Euro-Unternehmensanleihen hätten zum Wochenende hin leicht freundlich tendiert. Über die Woche hinweg seien bei guter Nachfrage kontinuierlich Neuemissionen platziert worden. Bayer habe beispielsweise über mehrere Tranchen hinweg insgesamt fünf Milliarden Euro für den Glyphosat-Vergleich eingesammelt. (Ausgabe vom 03.07.2020) (06.07.2020/alc/a/a)