Renten: Entscheidung über die FED-Spitze soll in den kommenden zwei bis drei Wochen fallen


02.10.17 08:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Am Freitag wurde eine ganze Reihe an US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht, so die Analysten der National-Bank AG.

Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex sei dabei besonders positiv herausgestochen. Er habe einen Sprung um 6,5 Punkte gemacht und 65,2 Punkte erreicht. Die Industrie in der Region sei also sehr zuversichtlich. Ob das jedoch auf den heute zur Veröffentlichung anstehenden ISM für das Verarbeitende Gewerbe abfärben werde, sei nicht unbedingt zu erwarten. Dennoch würden auch die Einkaufsmanager in den gesamten USA bester Stimmung sein. Das Problem sei jedoch nach wie vor, dass sich die sehr gute Stimmung nicht unbedingt in anderen harten Fakten, vom Arbeitsmarkt vielleicht einmal abgesehen, wieder finden lasse.

Auftragseingänge oder Industrieproduktionsdaten würden immer noch zu wünschen übrig lassen. Das Verbraucherverhalten im August könnte durchaus von den Unwettern beeinflusst worden sein. Im Monatsvergleich hätten sie nämlich kaum mehr ausgegeben. Und die US-Notenbanker würden sich vermutlich angesichts der geringen Preisdynamik gemessen mit den PCE-Deflatoren einmal mehr damit auseinandersetzen, ob eine weitere Leitzinserhöhung im Dezember tatsächlich angemessen sei. Immerhin gebe es weiterhin Stimmen aus dem US-Notenbankumfeld, die sich dafür einsetzen würden, obwohl die Teuerungsdynamik gering bleibe bzw. im August erneut nachgelassen habe.

Hinsichtlich FED scheine sich außerdem etwas zu tun: Nach einigen Sondierungsgesprächen wolle der US-Präsident in den kommenden zwei bis drei Wochen die Position der FED-Spitze besetzen. Inklusive Janet Yellen solle es vier Kandidaten geben, die die Geschicke der US-Notenbank ab Anfang Februar lenken könnten. Auf das Weiße Haus und den Kongress würden die Anleger auch aus anderen Gründen schauen: Man erhoffe sich Neuigkeiten zur US-Steuerreform. Schließlich seien bislang immer noch wenige Details bekannt.

Einige republikanische Stimmen würden sogar davon ausgehen, dass die Steuerreformpläne ohne detaillierte Analyse durch das Congressional Budget Office zur Abstimmung gestellt würden. Zudem würden sich die Vorstellungen über die Steuerreform zwischen den republikanischen Vertretern im Senat und im Repräsentantenhaus zu unterscheiden scheinen, sodass es wahrscheinlich sei, dass in den Kammern über unterschiedliche Entwürfe abgestimmt werde, die dann zusammengebracht werden müssten. Es werde dauern, bis es einen endgültigen Gesetzesentwurf gebe. Außerdem bleibe die Frage der Gegenfinanzierung offen.

Die Konjunkturdaten aus dem Euroraum dürften heute weitestgehend in den Hintergrund treten. Schließlich würden die endgültigen Markit Stimmungsindikatoren nur bestätigen, dass die Wirtschaft hierzulande laufe. Vielmehr werde es um die Bewertung der Situation Spanien vs. Katalonien gehen. Die Entwicklung dort mache deutlich, wie fragil die Lage selbst innerhalb einzelner Länder des Euroraums sei. Das dürfte sich heute zu einer Ausweitung der Spreads von spanischen Staatsanleihen zu Bund niederschlagen.

Aufgrund der Vorgaben aus Asien dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit Verlusten in den Oktober starten. Allerdings dürfte im Hinblick auf Spanien durchaus Sicherheit gesucht bleiben, was die Verluste eingrenzen sollte. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,10 und 161,80 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,28 und 2,41% schwanken. (02.10.2017/alc/a/a)





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