Renten: Die Emissionstätigkeit nimmt Fahrt auf


09.01.18 11:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Gestern Morgen konnten die Auftragseingänge für die deutsche Industrie im November nicht überzeugen, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Es sei aber durchaus möglich, dass saisonale Effekte wie bspw. ein später Beginn der Herbstferien in einigen großen Bundesländern für Verzerrungen gesorgt haben könne. Entsprechend groß sei das Interesse, wie die Produktionsdaten für den November ausgefallen seien. Auch hier könnten die Erwartungen durchaus verfehlt werden, was in Anbetracht der ausgezeichneten Stimmung der Unternehmer jedoch keine Folgen haben werde. Im Übrigen hätten die Indikatoren der Europäischen Kommission erwartungsgemäß angezeigt, dass der Aufschwung im Euroraum in Takt sei. Alle Indikatoren hätten die Schätzungen deutlich schlagen können.

Neben den deutschen Industrieproduktionsdaten stünden Informationen zum Außenhandel im November an. Hier könnte es ebenfalls zu einer kleinen Enttäuschung kommen. Nichtsdestotrotz bleibe der Außenhandel eine Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung hierzulande. Die europäische Arbeitslosigkeit dürfte ebenfalls leicht auf dem Rückzug sein. Das dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die regionalen Unterschiede immer noch sehr groß seien und dass weite Teile Europas mit einer sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit zu kämpfen hätten.

Außerdem sei die Qualität der Jobs gerade in den südlichen Regionen sowohl hinsichtlich Entlohnung als auch Sicherheit nicht sonderlich hoch. Das werde durch den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zurzeit überdeckt und nur wenig diskutiert. Viele Länder hätten ihre Bemühungen, strukturelle Reformen auf den Arbeits- und Gütermärkten durchzuführen, nahezu vollständig eingestellt.

Die jüngsten Nachrichten aus Italien, wonach die eher rechtsgerichteten Parteien bei einem Wahlerfolg Steuern und das Renteneintrittsalter wieder senken wollten, sollten zu denken geben. Dabei möge es sich zwar "nur" um Wahlversprechen handeln. Es zeige aber, dass die wirtschaftlichen Probleme mehr und mehr in den Hintergrund treten würden. Ähnlich sehe es bei Griechenland aus: Das Land wolle schließlich das Rettungsprogramm im Sommer verlassen. Unklar bleibe jedoch, ob das Land aufgrund der erzielten Fortschritte dazu überhaupt in der Lage sei.

Neben Informationen aus dem Euroraum sollte man die USA nicht aus dem Blick verlieren, obwohl der dortige Datenkalender heute nichts hergebe. Dafür stehe erneut ein Auftritt eines FED-Vertreters auf der Agenda. Die US-Notenbanker seien sich derzeit lediglich darüber einig, dass der Kurs gradueller Leitzinsanhebungen fortgesetzt werde. Hinsichtlich der Anzahl sowie der Auswirkungen der fiskalischen Stimuli würden die Einschätzungen deutlich auseinandergehen. Zugleich sehe es danach aus, als ob die zahlreiche Notenbankvertreter Diskussionsbedarf zum Thema "Inflationsziel" hätten. Nichtsdestoweniger könnte auch die Benennung des FED-Vizes, die nach Aussagen aus dem Weißen Haus kurz bevor stehen solle, für Gesprächsstoff sorgen.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte den Tag kaum verändert beginnen. Die zahlreichen Aufstockungen sowie geplanten Neuemissionen aus dem Staatsanleihesektor des Euroraums könnten zumindest am Vormittag etwas belastend wirken. Der Bund-Future sollte sich zwischen 161,10 und 162,45 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,41 und 2,55% schwanken. (09.01.2018/alc/a/a)