Renten: EZB geht einen Schritt vor und zwei zurück


10.11.17 12:15
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Once upon a time - so beginnen normalerweise Märchen, die wir unseren Kindern vorlesen. Jedoch heute sagen wir: "Es war einmal vor einem Jahr, da wurde in den USA Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten gewählt und hat nebenbei alle Meinungsforscher Lügen gestraft", so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Viele Menschen würden noch heute mit Schrecken an diesen Tag zurückdenken und sich gleichzeitig ganz besonders freuen, weil er es voraussichtlich nur noch drei Jahre sein werde. Obwohl seinen Anhängern eine Wiederwahl sinnvoll erscheine, würden die Analysten zu behaupten wagen, dass zur Vermeidung dieses Ereignisses im Jahr 2020 viele Nichtwähler von 2016 diesen Fehler nicht ein zweites Mal begehen würden. Zu vieles erinnere in diesem Zusammenhang an die Brexit-Abstimmung in Großbritannien, deren Ausgang die Bevölkerung ebenfalls überrascht habe.

Jedoch müsse man in einer Demokratie mit einer solchen Entscheidung des Volkes umgehen können. Heute sei somit die Zeit gekommen, um in Anlehnung an den US-Fernsehfilm aus dem Jahre 1983 "The Day After" nun auf die Schaffenszeit von D.T., dem Unberechenbaren, zu blicken. Die Bewertung seiner Leistungen falle hierbei sehr unterschiedlich aus. So seien seine Anhänger der Meinung, dass es noch keinen US-Präsidenten gegeben habe, der sich mehr für ihre Belange eingesetzt habe, während seine Kritiker sagen würden, dass er die USA politisch immer mehr ins Abseits führe und isoliere. Denn seine tollpatschigen Kommentare sowie Tweets seien oftmals ein Spiegelbild seiner wirren Gedanken - und würden nur Vertrauen zerstören. Insbesondere Börsianer würden wissen, wovon die Analysten sprechen würden, denn auf dem Börsenparkett gelte immer noch das gesprochene Wort, anders als bei Trump.

Beim Blick auf die Entwicklung an den Finanzmärkten könnte man allerdings den Eindruck gewinnen, dass der Slogan "America First" die Investoren ermutigt habe, dem Mann zu vertrauen, der die USA wie ein Unternehmen führen möchte. Der Jahresvergleich spreche eindeutig für diese Aufbruchsstimmung.

Aber niemand vermöge zu sagen, ob das unter einer anderen Präsidentschaft nicht auch so eingetreten wäre. Denn eine Hausse habe immer mehrere "Väter" und sei nicht das Ergebnis eines Ereignisses.

In Vorfreude auf seine doppelt so langen Twitter-Nachrichten, mit denen er alle noch mehr an seinen Gedanken teilhaben lassen könne, würden die Analysten allerdings schon heute den Blick auf die Halbjahresbilanz seiner Amtszeit am 8.11.2018 richten. Vielleicht würden die Börsianer dann schon überlegen, ob man zukünftig in der Wallstreet nicht nur George Washington, sondern auch einem anderen US-Präsidenten gedenken sollte.

Nach vielen Jahren des extrem billigen Geldes habe die Europäische Zentralbank (EZB) vorletzte Woche bekanntlich einen vorsichtigen Kurswechsel avisiert. Statt 60 Mrd. EUR sollten von Januar 2017 an nur noch 30 Mrd. EUR für den Ankauf von Anleihen eingesetzt werden. Auf den ersten Blick sei das immerhin eine Halbierung des bisherigen Programms. Aber eben nur auf den ersten Blick.

Bei genauerer Betrachtung werde das Programm zum einen um neun Monate bis mindestens September 2018 gestreckt - dazu noch mit offenem Ausgang. Und zum anderen würden in den kommenden Monaten durchschnittlich Reinvestitionen in Höhe von 11 Mrd. EUR anfallen, was das monatliche Volumen der Anleihekäufe wieder auf 41 Mrd. EUR erhöhen werde. Diese Rechnung ergebe sich aus den Fälligkeiten des QE-Portfolios der EZB, wonach von November 2017 bis Oktober 2018 rund 130 Mrd. EUR - darunter öffentliche Anleihen für 101 Mrd. EUR - fällig würden, die am Markt zu reinvestieren seien. Da fühle man sich doch an das Motto "Ein Schritt vor, zwei zurück" erinnert. Der Löwenanteil der zu reinvestierenden Mittel werde dabei mit 44 Mrd. EUR auf das zweite Halbjahr 2018 entfallen.

Der Einstieg in den Ausstieg einer expansiven Geldpolitik sei also höchstens ein halbherziger. Denn es werde weiter billiges Geld in die Euro-Zone gepumpt. Kein Wunder, dass Führungskräfte in deutschen Unternehmen mehrheitlich Kritik an dem "stoischen Kurs" der EZB üben würden, wie die Welt schreibe. So seien nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger knapp zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass das Stillhalten der Währungshüter die Akzeptanz der EZB schwäche. Wichtiger Kritikpunkt in diesem Kontext sei der Umstand, dass der EZB-Chef mit dem breche, was bisher gegolten habe: Bei steigender Konjunktur, wie sie jetzt herrsche, die Zinsen zu erhöhen. Draghi aber habe indessen klargemacht, dass zuerst die Staatsanleihekäufe auslaufen müssten, bevor an der Zinsschraube gedreht werde.

Wie expansiv die EZB in ihrer Geldpolitik vorgehe, werde durch einen Vergleich mit der US-Notenbank FED deutlich. Während die Bilanzsumme der FED gerade mal 23% des Bruttoinlandsprodukts betrage, seien es bei der EZB rund 40%. Eine derart aufgeblähte Bilanzsumme passe aber nicht zu einer guten Konjunktur in der Euro-Zone, von der ja sogar die lange leidenden Südländer profitieren würden.

Wenn dann Draghi auch noch sage, die niedrigen Leitzinsen der EZB würden die Zinseinnahmen der Banken im Durchschnitt des Euroraums nicht belasten, werde klar, dass er und die meisten Geschäftsbanker keine Freunde mehr würden.

Ring frei zur nächsten Runde im Streit um den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU)! Vorgestern habe die 6. Runde der bisher ergebnislosen Verhandlungen zwischen Brüssel und London begonnen. Es gehe vor allem ums Geld. 60 bis 100 Mrd. EUR wolle die EU haben, Großbritannien nicht einmal die Hälfte zahlen. Es gehe aber auch um 3 Mio. EU-Bürger, die bei einem No-Deal befürchten müssten, aus dem Land geworfen zu werden. Kein Wunder, dass die Begleitmusik der Brexit-Verhandlungen als äußerst aufgeregt beschrieben werden könne.

So würden etwa britische Unternehmen auf eine Übergangsfrist drängen, rücke doch der 30. März 2019 immer näher. Einer Umfrage des Wirtschaftsverbands CBI unter ihren Mitgliedern zufolge würden bis März 2018 rund 60% der Unternehmen ihre Notfallpläne in Kraft setzen, wenn bis dahin keine Übergangsphase vereinbart worden sei. Allein im Finanzsektor dürfe mit einem Verlust von bis zu 75.000 Stellen gerechnet werden, wie die Bank of England unlängst vorgerechnet habe. Bereits am ersten Tag nach dem EU-Austritt rechne der Vize-Chef der Britischen Zentralbank, Sam Woods, mit der Abwanderung von 10.000 Jobs. Gleichzeitig wolle die britische Regierung Tausende Staatsbedienstete zusätzlich einstellen. Allein beim Zoll sollten es bis zu 5.000 neue Mitarbeiter sein, die London gedenke anzuheuern.

Vor diesem Hintergrund tauche immer öfter das Wort vom "Basis-Deal" auf. Nach Aussagen seines Brexit-Ministers, David Davis, werde Großbritannien zumindest einen solchen Basis-Deal mit der Gemeinschaft verhandeln wollen. Sollte man sich nicht auf ein formelles Handelsabkommen einigen können, dann wäre der Basis-Deal eine Art Plan B für London.

Gleichzeitig stimme der britische Notenbankchef Mark Carney seine Landsleute auf eine Wachstumsdelle nach dem Brexit ein. Denn es sei zu befürchten, dass das Wachstum des Inselstaates deutlich geringer ausfallen werde - zumindest kurzfristig und die Wirtschaft sich zuerst neu orientieren müsse.

Weil das Britische Pfund aufgrund des Brexits stark an Wert verloren habe, habe die Bank of England in der vergangenen Woche erstmals seit 2007 die Zinsen von 0,25% auf 0,5% erhöht. Damit habe die Bank of England einen Teil ihrer geldpolitischen Lockerung kassiert, mit der sie einem Absturz der britischen Wirtschaft habe entgegenwirken wollen. Niedrige Zinsen und eine erhöhte Geldmenge sollten ursprünglich die Wirtschaft insgesamt stützen. Eine schwache Währung aber habe dafür gesorgt, dass sich die Importe immer mehr verteuert hätten. Um hier gegenzusteuern, habe die Notenbank nun reagiert und versuche das Pfund durch höhere Zinsen zu stärken. Ein klassischer Zielkonflikt also, der die Bank of England in eine Zwickmühle gebracht habe.

Gute Wirtschaftsnachrichten aus Italien habe man schon lange nicht mehr vernommen. Nun melde Rom, dass die Konjunktur in dem Mittelmeerland an Fahrt aufnehme. Im dritten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt um rund 0,5% zum Vorquartal gewachsen, heiße es. Somit könnte sich das Wachstum bei über 2% im Durchschnitt pro Jahr stabilisieren, prognostiziere Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan.

Und auch von der Problembank Monte dei Paschi, Italiens drittgrößtem Kreditinstitut, sei eine frohe Kunde zu vernehmen. Das Institut habe sich wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekämpft. 242 Mio. EUR Nettogewinn melde die älteste Bank der Welt, welcher der italienische Staat - mit Genehmigung der EU - mit 5,4 Mrd. EUR unter die Arme gegriffen habe. Allerdings sei dieser Gewinn ausschließlich auf einen Sondereffekt in Höhe von 0,5 Mrd. EUR aus dem Rettungsplan zurückzuführen. Als Hauptproblem des Instituts gelte weiterhin ein Riesenberg an wackeligen Krediten, die es erst einmal abzubauen gelte.

Diese Problematik gelte aber nicht nur für Monte dei Paschi, sondern für eine Vielzahl von Banken in Italien und auch Spanien. Darauf habe dieser Tage Mario Draghi persönlich hingewiesen. Viele Banken seien immer noch nicht in der Lage, große Verluste zu verkraften, habe der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) gemahnt, die das Volumen der faulen Kredite bei den 120 direkt von ihr beaufsichtigten Banken im Euroraum auf 844 Mrd. EUR beziffere. Das seien zwar rund 85 Mrd. EUR weniger als im Vorjahr, aber noch lange kein Grund zur "Selbstgefälligkeit", wie Draghi gesagt habe.

Unter'm Strich hätten italienische Banken ein Fünftel der faulen Kredite auf jetzt 212 Mrd. EUR abbauen können und damit mehr als andere Euroländer. Erfolge bei der Reduzierung von Problemkrediten würden auch spanische Banken wie BBVA oder Santander melden. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass diese Entwicklung in einem freundlichen Konjunkturklima stattfinde. So dürften die Verbesserungen zumindest teilweise auf die verbesserte Lage in der Wirtschaft zurückzuführen sein.

Dort sei die Stimmung so gut wie seit 2007 nicht mehr. Draghi sei Dank, seien sowohl der Geschäftsklimaindex als auch das Konsumbarometer in Italien gestiegen. Doch was die wirtschaftliche Entwicklung Italiens angehe, so könne man hier von einer Aufholjagd oder einer Art Nachholeffekt gegenüber den anderen Euroländern sprechen. Sei doch Italiens Wirtschaft über ein Jahrzehnt lang der Euro-Zone hinterhergehinkt. Nun mache sich das Land dran, diese Wachstumslücke allmählich zu schließen.

Äußerst optimistisch hätten sich in dieser Woche die Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die man gerne die "Fünf Weisen" nenne, bei der Vorstellung ihres Jahresgutachtens gegeben. So hätten sie ihre Wachstumsprognose kräftig erhöht - und zwar von 1,4% auf 2% für das laufende Jahr. 2018 solle die deutsche Wirtschaft sogar um 2,2% wachsen, sei der Sachverständigenrat doch bisher nur von 1,6% ausgegangen.

Dabei würden die "Fünf Weisen" raten, die Chancen aus der guten konjunkturellen Lage zu nutzen. Der Haushaltsüberschuss von gut 31 Mrd. EUR sollte gezielt für wachstumsfreundliche Reformen eingesetzt werden. Auch hätten sich höhere öffentliche Investitionen sowie Bildungs- und Forschungsausgaben durch Umschichtungen in den Haushalten finanzieren lassen.

Darüber hinaus mache sich der Sachverständigenrat für eine Senkung der Steuer- und Abgabenbelastungen stark - insbesondere durch eine Reform der Einkommensteuer, um den Bürgern Mehreinnahmen aus der kalten Progression zurückzugeben und plädiere für eine allmähliche Abschaffung des Solidaritätszuschlags.

Sei also mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung alles im grünen Bereich? Mitnichten, die Wirtschaft befinde sich in einer Boomphase, drohe aber nun zu überhitzen, analysiere der Rat. So würden die "Fünf Weisen" deutliche Anzeichen für eine Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten sehen. Die deutsche Wirtschaft sei also längst in einer Situation, in der erforderlich wäre, dass die zuständige Notenbank die Zinsen erhöhe. Jedoch ziere sich die EZB und riskiere einen "Kolbenfresser".

Erst wenige Tage in Amt und Würden, habe der neue FED-Bankenaufseher Randal Quarles vor Risiken in der Finanzbranche gewarnt. Sein Hinweis, dass Ursachen für Krisen einem Wandel unterlägen, sei richtig. Darüber hinaus könnten sie auch an bisher unbeobachteten Stellen entstehen. Er fordere also, den Blick für neue Risiken zu schärfen und nicht nach den alten Mustern zu verfahren.

Der als FED-Vizechef für diesen Bereich verantwortliche ehemalige Mitarbeiter des Finanzministeriums sei von Donald Trump als erster Notenbanker im FED-Führungsgremium installiert worden. Sein Hinweis auf die junge Branche der Fintechs könne als erster, dezenter Versuch bewertet werden, die nach der Finanzkrise verabschiedeten Regulierungsvorschriften aufzuweichen und so die Pläne zur Deregulierung des US-Präsidenten voranzutreiben. Jedoch habe Quarles Recht, wenn er die IT-lastigen Geschäftsmodelle, und hierbei insbesondere die Frage der Cybersicherheit, zum Thema mache.

Wie groß die Gefahren seien und zu welchen Verwerfungen Hackerangriffe führen könnten, wisse man nicht erst seit dem Bitcoin-Diebstahl im August 2016. Somit sei das Schärfen der Blicke für neue potenzielle Schwachstellen im System mehr als sinnvoll und man sollte beide Aspekte zur Vermeidung einer neuen Finanzkrise berücksichtigen.

Es gebe Auszeichnungen, auf die man gut und gerne verzichten könne - etwa die, auf der Liste der sogenannten "fragilen Fünf" (Fragile Five) zu landen. Darunter verstehe man jene fünf Währungen beziehungsweise Volkswirtschaften, die als besonders anfällig gelten würden für das Zurückführen des Quantitative Easing der US-Zentralbank FED und einem daraus resultierenden starken US-Dollar.

Initiiert worden sei diese Liste 2013 von der Investmentbank Morgan Stanley. Nun habe die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) diese Liste mit Variablen unterfüttert, die das externe Finanzrisiko des Staates anhand von Daten wie der Zahlungsbilanz, den Devisenreserven und Verschuldungszahlen messen würden.

Nachdem es Brasilien, Indien, Indonesien und Südafrika geschafft hätten, von der Liste zu verschwinden, würden sich jetzt Argentinien, Pakistan, Ägypten und Katar dort wieder finden. Das einzige Land, das es nicht geschafft habe, von der Liste herunterzukommen, sei die Türkei. Sie werde von S&P als das Land angesehen, das bei allen sieben Variablen zu den anfälligsten Staaten der Welt zähle. Für die Türkei sei das ein lautes Warnsignal.

In dieser Berichtswoche habe Mercedes Benz einen neuen Absatzrekord vermeldet. Im Oktober habe der Automobilhersteller weltweit 183.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Dies sei ein Plus von 5,6% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und gleichzeitig ein neuer Bestwert für einen einzelnen Monat. Auch auf Jahresbasis habe der Absatz von Januar bis Oktober um 11,1% auf ca. 1,9 Mio. Fahrzeuge gesteigert werden können.

Nicht nur die Aktionäre dürften über die guten Zahlen von Mercedes Benz erfreut gewesen sein, sondern auch zinsinteressierte Privatanleger. Denn die Daimler AG mit ihrer eingetragenen Handelsmarke Mercedes Benz habe einen neuen Bond (ISIN DE000A2GSLY0 / WKN A2GSLY) mit einer Mindeststückelung von 1.000 EUR begeben. Dabei zahle das Unternehmen den Investoren jährlich einen Kupon von 1% bis zur Fälligkeit am 15.11.2027. Die 1 Mrd. EUR schwere Emission sei zu 99,349% begeben worden, was einem Spread von +25 bps über Mid Swap gleichgekommen sei.

Aber auch andere Unternehmen seien in dieser Woche am Kapitalmarkt aktiv geworden. So hätten Whirlpool Finance sowie Eurofins Scientific ebenfalls je einen Bond emittiert, sich aber für eine Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden und würden daher eher institutionelle Investoren ansprechen. Dabei gehöre der US-amerikanische Konzern Whirlpool zu den weltweit führenden Herstellern von Haushaltsgeräten und dürfte vielen Investoren bekannt sein.

Der neue Bond (ISIN XS1716616179 / WKN A19R3K) spüle dem Unternehmen 600 Mio. EUR in die Kassen und sei mit einem jährlichen Kupon von 1,1% ausgestattet. Fällig werde das Wertpapier am 09.11.2027 und könne seitens des Emittenten ab dem 09.08.2027 jederzeit zu 100% gekündigt werden. Der Reoffer habe bei 98,914% gelegen, was einem Emissionsspread von +40 bps über Mid Swap entsprochen habe. Whirlpool habe sich zusätzlich eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.

Komplettiert werde das Trio in dieser Woche von Eurofins Scientific. Das Unternehmen biete bioanalytische Dienstleistungen für die Bereiche Lebens- und Futtermittel, Pharmazeutika sowie Umwelt an und habe einen Perpetual Bond (ISIN XS1716945586 / WKN A19R3N) mit einem Emissionsvolumen von 400 Mio. EUR aufgelegt. Die börsennotierte Gruppe mit Sitz in Luxemburg zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zum 13.11.2025 einen festen jährlichen Zins in Höhe von 3,25%. Im Anschluss richte sich der Zinssatz nach dem 3-Monats-EURIBOR +5,167 PP. Die Zinsen würden fortan vierteljährlich gezahlt und die Anleihe sei ab diesem Zeitpunkt zu jedem Zinstermin zu 100% kündbar. Der Emissionspreis habe sich auf pari (+266,7 bps über Mid Swap) belaufen.

Am gestrigen Mittwoch sei es wieder soweit gewesen. Das Sorgenbarometer der Eurozone sei dem amerikanischen Trend fallender Renditen gefolgt und habe ein neues Hoch im Dezember-Kontrakt bei 163,63% markiert. Dieses Niveau habe allerdings nicht gehalten werden können und so habe der Euro-Bund-Future diese Gewinne bis zum Handelsschluss wieder abgegeben, um nahezu auf dem Dienstagabend-Level zu schließen. Obwohl der kurzfristige Aufwärtstrend noch intakt sei, würden die bearischen Rentenhändler Mut schöpfen, dass es nun endlich zur ersehnten Gegenbewegung kommen könnte. Denn bedingt durch den steilen Anstieg seit dem 26. Oktober sei bereits ein Unterschreiten der Marke von 163,34% als ein Verkaufssignal zu deuten.

Jedoch sei auch in den kommenden Wochen mit einer Seitwärtsbewegung auf hohem Level zu rechnen, denn bereits in sechs Wochen sei Weihnachten und in den noch verbleibenden Handelswochen würden nur noch in Extremsituationen neue Positionen eingegangen. Wer in den vergangenen Wochen nichts verdient habe, brauche auf den letzten Drücker auch nicht mehr die großen Risiken einzugehen. Somit sei die FED-Sitzung am 13. Dezember das Highlight der kommenden Wochen und die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe werde sich auch zum Jahresschluss nicht auf dem von vielen Marktteilnehmern prognostizierten Level von 0,75% einpendeln. Bereits seit Wochen sei diese Rendite in einer Tradingrange zwischen 0,247% und 0,51% gefangen und ein Ausbruch sei vorerst auch nicht zu erwarten. Zu groß sei die Einflussnahme der EZB auf die Marktentwicklung und somit sei eher mit einem erneuten Test der Up-Side bei ca. 0,25% zu rechnen.

Aktuell notiere das Rentenbarometer bei ca. 163,32% und somit leicht unter dem gestrigen Schlusskurs.

In den USA hätten die Investoren in dieser Woche wieder einen Wunschzettel beim US-Department of the Treasury abgeben können. Denn nach dem Motto: "Herz, was begehrst Du?" seien Bonds mit nahezu allen Fälligkeiten angeboten worden. So seien T-Bills mit Laufzeiten von 4 und 52 Wochen sowie 3 und 6 Monaten für insgesamt 148 Mrd. USD aufgelegt worden. Aber auch T-Notes mit Fälligkeiten in 3 und 10 Jahren hätten ihre Abnehmer gefunden. Heute werde zu guter Letzt noch die Auktion der 30-jährigen T-Bonds stattfinden, sodass insgesamt in dieser Woche 210 Mrd. USD refinanziert worden seien. Wenigstens hierbei würden die USA Woche für Woche eine in Euroland nicht gekannte Größe beweisen.

Denn in der Eurozone seien in der gleichen Zeit lediglich Österreich, Deutschland und Portugal tätig geworden. Österreich habe hierbei am Dienstag zwei Bonds (ISIN AT0000A1XM92 / WKN A19PCF, 2022; ISIN AT0000A1VGK0 / WKN A19GCS, 2027) und Portugal zur Wochenmitte eine Anleihe (ISIN PTOTEUOE0019 / WKN A19BUN, 2027) aufgestockt. Deutschland sei an beiden Tagen ebenfalls präsent gewesen und habe entsprechend dem Emissionskalender einmal das Emissionsvolumen der 5-jährigen Bundesobligation Serie 176 (ISIN DE0001141760 / WKN 114176) um 3 Mrd. EUR auf insgesamt 17 Mrd. EUR erhöht. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,39% erfolgt. Trotz der mittleren Laufzeit seien nur Zeichnungsaufträge für nominal ca. 3,5 Mrd. EUR abgegeben worden.

Ganz anders sei dies bei der Aufstockung der inflationsindexierten Anleihe (ISIN DE0001030559 / WKN 103055) gewesen, die erst 2030 endfällig sei. Angeboten worden seien nominal 500 Mio. EUR , jedoch seien Gebote für mehr als 1,4 Mrd. EUR abgegeben worden. Auch bei der Zuteilung sei die erhöhte Nachfrage deutlich geworden. Sei bei der Aufstockung am 4. Juli noch eine reale Durchschnittsrendite von -0,45% erzielt worden, so habe sich jetzt eine von -0,74% ergeben. Noch nie habe es einen solchen Run auf einen Linker gegeben, was die Ängste der Investoren widerspiegele.

In einer ziemlich ereignisarmen Woche befinde sich die europäische Gemeinschaftswährung derzeit auf der Verliererseite. Das Pendel beim Devisenpaar Euro/Dollar schwinge momentan eindeutig in die Richtung des Greenbacks und so sei der Euro in dieser Woche bis auf 1,1554 USD zurückgefallen. Er sei damit auf den niedrigsten Stand seit dem 20. Juli dieses Jahres gesunken.

Anfang September habe die Einheitswährung zeitweise bei Kursen um die Marke von 1,21 USD gehandelt. Für den weiteren Wochenverlauf würden keine wegweisenden Impulse für EUR/USD erwartet. Für etwas Bewegung am Devisenmarkt könnte die angestrebte Steuerreform in den USA sorgen. Jedoch fehle da bislang immer noch ein konkreter Fahrplan und deshalb handele der Euro heute Morgen wenig verändert bei ca. 1,1590 USD.

Während der Euro zum US-Dollar schwächele, habe er indessen im Vergleich zur Türkischen Lira mit 4,5239 TRY ein neues Allzeithoch markieren können. Eine überraschend hohe Inflation von 11,9% zum Vorjahr und damit dem höchsten Stand seit Herbst 2008 hätten zu dem Wertverfall beigetragen. Trotz dieser Inflationszahlen werde die Türkische Zentralbank vorerst weiter abwartend agieren und die Leitzinsen unverändert belassen.

Bei den Fremdwährungsanleihen seien in der vergangenen Berichtswoche Bonds lautend auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand sowie auch Russische Rubel vermehrt nachgefragt worden.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 09.11.2017) (10.11.2017/alc/a/a)





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