Renten: EZB dürfte weiter im Grundsatz Kurs halten und nur marginale Veränderung indizieren


06.06.17 09:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Der Fokus der Märkte dürfte in der verkürzten Handelswoche vor allem auf der Pressekonferenz der EZB liegen, so die Analysten der National-Bank AG.

Präsident Draghi dürfte hier natürlich die Verbesserung der konjunkturellen Perspektiven würdigen. Dabei könnte die Bank den Risikosaldo in Richtung positiver Überraschungen verschieben bzw. die Wahrscheinlichkeit von weiteren expansiven Maßnahmen ermäßigt werden. Die Analysten würden davon ausgehen, dass der EZB-Chef einmal mehr betonen werde, dass die Wertpapierkäufe mindestens bis Ende des Jahres fortgesetzt würden. Weiterhin dürfte er versuchen zu kommunizieren, dass die Leitzinsen auch jenseits des Auslaufens dieser Maßnahmen niedrig gehalten würden.

Im Kern würden die Analysten dies auch für gerechtfertigt halten: In den letzten Wochen und Monaten hätten sich zwar die Stimmungsindikatoren für die Eurozone stärker belebt als mit Blick auf die ungelösten strukturellen Probleme zu erwarten gestanden habe. Nach wie vor funktioniere die Währungsunion suboptimal, da sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei konstanten Wechselkursen auseinanderentwickele. Der aktuelle Aufschwung sei damit nicht Ausdruck europäischer Prosperität und/oder sich abzeichnender Eigendynamik.

Die Zunahme der Dynamik sei auch maßgeblich der höheren Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft - also vor allem der Entwicklung in Asien aber auch in den USA geschuldet. Dabei spiele ferner auch der Umstand eine zentrale Rolle, dass die Eurozone jahrelang kaum gewachsen sei und insofern ein gewisser Nachholbedarf entstanden sei.

Das Big-Picture bei den Rentenmärkten sei durch einen nach Erachten der Analysten deutlich zu tiefen US-Zinssatz geprägt. Daher würden die Analysten auf Sicht der nächsten Wochen und Monate steigende Zinssätze bzw. eine Abwärtsbias beim Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) erwarten. Nach den schwächer als erwarteten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt sollten die Märkte in der laufenden Woche allerdings im risk-off Modus beginnen - risikolose Bunds würden also zumindest bis auf weiteres gesucht bleiben. Dies auch weil sich die geopolitische Lage verschlechtert habe. Die Krise in den Golf-Staaten könne jederzeit eskalieren, auch wenn derzeit wieder stärker auf Dialog gesetzt werde. Die für heute anstehende Batterie europäischer Frühindikatoren dürfte vermutlich eine Bestätigung der positiven konjunkturellen Entwicklung im Euroland mit sich bringen.

Vor diesem Hintergrund würden die Analysten für heute eine Trading-Range zwischen 162,10 und 163,00 Indexpunkten erwarten. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,11 und 2,20% liegen. (06.06.2017/alc/a/a)





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DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €