Renten: EZB-Entscheidung im Fokus der Kapitalmärkte


08.06.17 09:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Heute liegt der Fokus der Märkte klar auf der EZB-Entscheidung und der Wahl in Großbritannien, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Analysten würden keine materiell nachhaltigen Kurskorrekturen der EZB erwarten: Präsident Draghi dürfte natürlich die Verbesserung der konjunkturellen Perspektiven würdigen. Dabei dürfte der Risikosaldo in Richtung positiver Überraschungen verschoben werden bzw. die Wahrscheinlichkeit von weiteren expansiven Maßnahmen ermäßigt werden.

Was die EZB aber auf keinen Fall wolle, sei eine Erwartungshaltung im Sinne baldiger Zinserhöhungen zu schüren, was nach Erachten der Analysten auch nicht sachgerecht wäre: In den letzten Wochen und Monaten hätten sich zwar die Stimmungsindikatoren für die Eurozone stärker belebt als mit Blick auf die ungelösten strukturellen Probleme zu erwarten gestanden habe. Nach wie vor funktioniere die Währungsunion suboptimal, da sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei konstanten Wechselkursen auseinanderentwickele. Der aktuelle Aufschwung sei damit nicht Ausdruck europäischer Prosperität und/oder sich abzeichnender Eigendynamik.

Die Zunahme der Dynamik sei auch maßgeblich der höheren Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft - also vor allem der Entwicklung in Asien aber auch in den USA geschuldet. Dabei spiele ferner auch der Umstand eine zentrale Rolle, dass die Eurozone jahrelang kaum gewachsen sei und insofern ein gewisser Nachholbedarf entstanden sei. All dies komme in dem Umstand zum Ausdruck, dass die Kapazitätsauslastung in Europa - rechne man Deutschland mal heraus - keinerlei Inflationsgefahren erkennen lasse. Insofern sei die EZB gut beraten, die Erholung der europäischen Volkswirtschaften weiter zu alimentieren.

Hierzu werde EZB-Chef Draghi mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf den Rücksetzer bei der Kerninflation eingehen, die - nach einem Sprung auf 1,2 Prozentpunkte - zwischenzeitlich wieder unter die 1-Prozentmarke gefallen sei. Man dürfe gespannt sein, wie die EZB ihre Inflationsprognose adjustiere, hier seien gestern presseseitig Werte um 1,5% ins Spiel gebracht worden. Im Ergebnis werde es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu einer materiellen Kurskorrektur der EZB kommen.

Heute würden im Vereinigten Königreich Neuwahlen des Unterhauses stattfinden. Zunächst habe die britische Premierministerin Theresa May darauf spekulieren können, einen großen Vorsprung gegenüber der Oppositionspartei herauszuarbeiten und die absolute Mehrheit im Unterhaus weiter auszubauen. Dies hätte die Brexit-Verhandlungen vermutlich einfacher gemacht. Verfehle sie dieses Ziel, sollte das die Unsicherheit an den Kapitalmärkten weiter steigern, da dann noch ungewisser sei, wie es in Europa weitergehe. Es bleibe also weiter volatil an den europäischen Märkten. Die Analysten würden für heute eine Handelsspanne des Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) zwischen 162,05 und 163,05 Indexpunkten erwarten. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,11 und 2,23% liegen. (08.06.2017/alc/a/a)





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