Renten: EU-Kommission mit Vorstoß zur Vertiefung der Integration - US-Daten abermals im Fokus


07.12.17 11:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die gestrigen Daten aus Europa untermauerten das derzeit solide Momentum in der Eurozone, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Mit einem Indexwert von 52,4 habe der Markit-Index für das Euroland sein hohes Niveau behaupten können: Der Aufschwung in Europa habe klar an Nachhaltigkeit zugelegt und sei keine Eintagsfliege mehr. Heute komme mit den "Jobless Claims" abermals datenseitige Orientierung aus den USA. Die Analysten der National-Bank AG erwarten eine Fortsetzung der sehr festen Entwicklung am US-Arbeitsmarkt.

Die EU-Kommission habe gestern weitreichende Vorschläge zur weiteren EU-Integration gemacht: Im Kern solle mehr Macht nach Brüssel verlagert werden, wo dann mehr supranationale Kompetenzen gebündelt würden. Die Interessenlagen hierzu seien seit Jahrzehnten bekannt: Für die südeuropäischen Länder sei die Schaffung von gesamteuropäischen Institutionen immer auch das Vehikel gewesen, den impliziten Wettbewerb der Systeme zu schwächen, während die nordeuropäischen Staaten am freien Marktzugang interessiert gewesen seien. Die Abschaffung der Währungskonkurrenz habe den Ländern mehr Spielräume gebracht, da die marktimpliziten Disziplinierungsmechanismen hätten ausgehebelt werden können. Im Gegenzug seien gemeinsame Spielregeln definiert worden, die als Ersatz dafür gedacht gewesen seien.

Leider zeige die Erfahrung seit 1999 nur zu überdeutlich, dass diese keinen Bestand hätten: Die Maastricht-Regeln seien laut jüngsten Studien des ifo-Institutes mehr gebrochen (rund 170 Fälle) als eingehalten worden - sie seien also faktisch Makulatur. Daher sollten die Erfahrungen mit der Funktionsweise der Währungsunion nach unserem Dafürhalten bewirken, dass nunmehr der marktbasierten Integration bis zu einer spürbaren Konsolidierung und damit auf längere Sicht der Vorrang gewährt werden muss, so die Analysten der National-Bank AG. Zwar sei die europäische Integration - zu Recht! - immer ein Kompromiss zwischen marktbasierter und institutionell getriebener Integration gewesen. Mit der Währungsunion sei die Integration aber erkennbar aus der Balance geraten. Mit Blick auf die hohe Verschuldung würden der Eurozone etwa die Mittel fehlen, um die nächste Krise aufzufangen. Hier sei etwa im Vergleich zu den USA kaum etwas geschehen - die niedrigen Zinsen der EZB bzw. die fehlenden Marktrestriktionen würden es möglich machen.

Die Kapitalmärkte dürften alsbald wieder stärker in den risk-on-modus rotieren - die Daten entsprachen bis zuletzt unserem sehr robusten Gesamtbild, so die Analysten der National-Bank AG. Bis dahin sollte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) im Kern eine Seitwärtsbewegung bei Kursen zwischen 163,25 und 164,15 Indexpunkten vollziehen, die Perspektive dürften aber abwärts gerichtet bleiben. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte heute zwischen 2,30% und 2,40% notieren. (07.12.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
163,39 € 163,57 € -0,18 € -0,11% 18.12./17:04
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €