Renten: Datenwoche beginnt ohne nennenswerte datenseitige Impulse


19.06.17 11:40
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Datenwoche beginnt heute relativ unspektakulär - es stehen kaum relevante Veröffentlichungen an, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Märkte würden dies als Gelegenheit nehmen, den Blick auf das Grundsätzliche zu richten. Die Analysten würden glauben, dass der Ausblick für die Weltwirtschaft einen globalen Zinsanstieg bewirken werde. Dabei sei der temporäre Rückgang der Inflation nach Erachten der Analysten der primäre Treiber des jüngsten Zwischentiefs bei den US-Zinssätzen.

In den USA herrsche nahezu Vollbeschäftigung. Das bedeute, dass früher oder später Lohndruck aufkommen sollte. Erste Anzeichen dafür seien in der Zahl der unbesetzten Stellen zu sehen. So sei die Zahl der offenen mit über 6 Mio. Einheiten so hoch wie seit Beginn der Datenerhebung dieser Zeitreihe. Dies möge mit ein Grund dafür sein, dass die FED zuletzt hawkischer agiert habe als von den Märkten erwartet.

Neben der insgesamt weiter soliden Indikation durch viele traditionelle Frühindikatoren sei es nach Erachten der Analysten vor allem auch die marktimplizite Zuversicht der Kapitalmärkte, die das robuste fundamentale Bild in den USA flankiere. Die Aktienmärkte würden hier die gute Entwicklung vorwegnehmen, trotz nahenden Taperings würden die Volatilität und die Credit-Spreads klar auf risk-on getrimmt bleiben - eine Entwicklung, die im Übrigen sowohl in Europa als auch in Asien vorherrsche. All dies vor dem Hintergrund massiver geopolitischer Spannungen und einer "Welt aus den Fugen" (Scholl-Latour) zumindest was die tradierte außenpolitische Weltordnung anbelange. Im Ergebnis würden sowohl die Fundamentaldaten als auch sowohl die implizite als auch die explizite Entwicklung an den Kapitalmärkten deuten, dass sich die Weltwirtschaft weiter vorteilhaft entwickele.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei aus der technischen Sicht in den letzten Tagen an die obere Grenze eines seit Mitte 2016 vorherrschenden Abwärtstrends gestoßen. Vor diesem Hintergrund sei es gut möglich, dass in den nächsten Wochen hier eine Markttechnische Gegenbewegung einsetze. Auf längere Sicht würde die Fortsetzung dieser Abwärtsbewegung den Index auf Kurse um 160 Indexpunkte führen. Diese Entwicklung sei umso wahrscheinlicher, als dass die US-Sätze zu tief seien: Nach der fundamentalen Einschätzung der Analysten dürften die US-Sätze auf Jahressicht auf Werte um 2,75 anziehen. Mit Blick auf die schwächer als erwartete Entwicklung der US-Inflation hätten die Analysten ihre Prognose damit leicht ermäßigt.

Die Analysten würden im Saldo grundsätzlich eine klare Abwärtsbias für den Bund-Future sehen. Heute sollte er in einer Range von 164,05 bis 165,10 Indexpunkten handeln. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte heute zwischen 2,11% und 2,23% notieren. (19.06.2017/alc/a/a)






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