Renten: Bundesanleihen machten zwischenzeitliche Verluste am Ende des Tages wieder wett


02.06.17 11:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Donald Trump hat wie erwartet das Klimaschutzabkommen aufgekündigt, so die Analysten der Helaba.

Interessiert habe das an den Weltbörsen nach starken US-Arbeitsmarktdaten aber niemanden. Im Fokus habe der ADP-Report (+253K) gestanden, der eine Steilvorlage für den heute anstehenden offiziellen US-Arbeitsmarktbericht geliefert habe.

Auch in Europa scheine alles im Lot. Die Einkaufsmanager des Verarbeitenden Gewerbes aus Italien (55,1 nach 56,2) und Spanien (55,4 nach 54,5) würden keinen Zweifel an der guten Stimmung in der Industrie im Euroraum (57) aufkommen lassen.

Obwohl die US-Notenbank heute das letzte fehlende Mosaiksteinchen für einen nächsten Zinsschritt im Juni erhalten könnte und die Aktienbörsen sehr freundlich tendiert hätten, hätten die Bondmärkte kaum Reaktionen gezeigt.

Bundesanleihen hätten innerhalb enger Spannen gehandelt und zwischenzeitliche Verluste am Ende des Tages wieder wettgemacht. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe bei 85 BP verharrt. Der Renditeabstand 10-jähriger Staatsanleihen aus Frankreich (0,73%) und Belgien (0,65%) zu Bunds sei gleich geblieben. Die Auktion in Frankreich sei eher schleppend verlaufen und habe erstmals nicht den oberen Rand des anvisierten Volumens von 8,5 Mrd. Euro erreicht. Schwache Nachfrage in den drei Bonds habe am Ende "nur" 8,2 Mrd. Euro in die Kasse gespült.

Anleihen aus der EU-Peripherie seien weiterhin nicht erste Wahl. Nur PGBs würden bei internationalen Investoren weiterhin gut ankommen. Spanien habe sich über neue 3-jährige SPGBs und die Aufstockung 50-jähriger Papiere insgesamt 4.134 Mrd. Euro besorgt. Kurze Fälligkeiten seien Langläufern den Rang abgelaufen. Italien bleibe aufgrund anhaltender politischer Probleme das Sorgenkind. Der Risikoabstand 10-jähriger italienischer (2,24%) und spanischer Bonds (1,54%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 5 bzw. 2 BP ausgeweitet, portugiesische Papiere (2,96%) hätten 5 BP gutgemacht.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen trotz sehr erfreulichen Arbeitsmarktdaten nur geringfügig gestiegen. Laut ADP-Report seien im Mai in der Privatwirtschaft über alle Sektoren hinweg 253.000 neue Stellen geschaffen worden. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (248K) sowie den ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes (54,9 nach 54,8) hätten kaum Beachtung gefunden. In Fernost würden US-Treasuries angesichts überwiegend freundlicher Aktiennotierungen knapp behauptet tendieren.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (162,26) habe 11 Stellen zugelegt, Bobl (132,16) und Schatz (112,265) seien nahezu unverändert aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,305% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 101 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP höher bei 2,22% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,122 Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 48,1 Dollar.

Der amerikanische Arbeitsmarkt gelte als einer der entscheidenden Faktoren für den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank. Sollte sich der Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft (180K) auf unverändert hohem Niveau bewegen und die Arbeitslosenquote (4,4%) die angespannte Lage bestätigen, stehe einem nächsten Zinsschritt im Juni nur wenig im Weg. Einzig ein geringeres Plus bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen (0,2%/2,6%) könnte das Szenario mit einem kleinen Fragezeichen versehen. Das US-Handelsbilanzdefizit (-46,1 Mrd. USD) und europäische Erzeugerpreise (0,2%/4,5%) würden den Datenkranz komplettieren.

Am Primärmarkt seien heute keine Auftritte staatlicher europäischer Schuldner geplant. Nach Pfingsten biete Österreich 6-und 10-jährige Titel an. Lettland habe 2026 bzw. 2036 fällige Anleihen um insgesamt 350 Mio. Euro bei Midswap +25 bzw. +35 aufgestockt.

Das Land Niedersachsen habe eine im Oktober 2022 fällige Anleihe um 750 Mio. Euro bei Midswap -21 BP, NRW im Mai 2047 fällige Papiere um 250. Mio. Euro bei Midswap +20 BP aufgestockt. Bremen habe 2-jährige Titel im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap -29 BP angeboten. (02.06.2017/alc/a/a)





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