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Renten: Blick vor allem auf Trumps Krankheitsverlauf - Der Datenkalender gibt derzeit wenig her


06.10.20 08:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach einer interessanten Woche mit dem ersten TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden sowie den Datenhighlights ISM PMI und US-Arbeitsmarktbericht steht in dieser Woche relativ wenig Spannendes auf der Agenda, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Insofern richte sich der Blick vermutlich auf den Krankheitsverlauf von US-Präsident Donald Trump. Die größte Aufmerksamkeit dürfte datenseitig dem heutigen ISM PMI Services sowie den deutschen Zahlen zu den Auftragseingängen und der Industrieproduktion zuteilwerden. Den amerikanischen Stimmungsindikator für den Dienstleistungssektor würden die Analysten der NORD/LB bei 55,5 Punkten erwarten, leicht niedriger als im Vormonat (56,9 Punkte). Hohe Infektionszahlen dürften insbesondere das Gaststätten- und Freizeitgewerbe in den USA weiterhin stark belasten, sodass die Dynamik bei den Dienstleistungen insgesamt zwar etwas abnehmen dürfte, aber dennoch recht solide bleibe.

Nach deutlichen Zuwächsen im Juli würden die Analysten der NORD/LB auch bei den Daten zu den deutschen Auftragseingängen am Dienstag und zur Industrieproduktion am Mittwoch für den Monat August mit Anstiegen rechnen, welche allerdings etwas moderater ausfallen dürften. Der Aufholprozess setze sich fort, aber auch hier nehme die Dynamik etwas ab. Von Interesse sein dürften zudem die Zahlen zu den offenen Stellen (JOLTS) und der US-Handelsbilanz am Dienstag. Auf der Seite der Notenbanken seien die Zinsentscheidung der Reserve Bank of Australia am Dienstag (unverändert erwartet) und die Bekanntgabe des FOMC-Sitzungsprotokolls am Mittwoch zu erwähnen.

Weiterhin würden die Nachrichten zur Ausbreitung von COVID-19 die Kapitalmärkte in ihrem Bann halten: Verunsicherungen auf den Aktienmärkten würden immer wieder für einen gewissen Flow in Safe Haven-Anlagen sorgen, wovon insbesondere deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries zwischenzeitlich verstärkt profitieren würden. Diese Phasen würden sich aber auch wieder mit Phasen von steigender Zuversicht abwechseln, dass die geld- und fiskalischen Stimuli für eine ausreichende konjunkturelle Belebung sorgen würden, was die Renditen ansteigen lasse. Angesichts der gefühlten - historisch gesehen - hohen Unsicherheit würden sich die Schwankungen bei den Renditen aber doch in recht engen Grenzen halten, was sicherlich auf die Dominanz der Notenbanken zurückzuführen sei. Im Zuge einer von uns auf Sicht von zwölf Monaten erwarteten konjunkturellen Stabilisierung dürften die Langfristzinsen tendenziell moderat aufwärts gerichtet sein, so die Analysten der NORD/LB. (Ausgabe 41 vom 05.10.2020) (06.10.2020/alc/a/a)