Renten: Der ADP-Bericht schürt Erwartungen an den US-Arbeitsmarkbericht


02.06.17 11:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Obwohl der ADP-Bericht sich in den vergangenen Monaten nicht immer als sonderlich guter Indikator für den US-Arbeitsmarktbericht herausgestellt hat, reagierten die Investoren gestern auf die überraschend hohe Zahl an Stellen, die geschaffen sein könnten, so die Analysten der National-Bank AG.

Dementsprechend groß dürften die Hoffnungen geworden sein, der Arbeitsmarktbericht könne die Prognosen heute übertreffen. Diese Entwicklung habe zugleich dafür gesorgt, dass risikobehaftete Assets gesucht gewesen seien und heute Morgen in weiten Teilen Asiens gesucht seien. Die übrigen US-Daten seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe habe leicht zulegen können. Bisher würden sich die US-amerikanischen Unternehmen unbeeindruckt davon zeigen, dass die US-Administration erhebliche Schwierigkeiten habe, ihre Agenda umzusetzen. Nach wie vor werde davon ausgegangen, dass zumindest Teile davon in Kraft treten würden, sodass die Unternehmen auf eine Verbesserung ihrer Lage hoffen würden.

Aus dem Euroraum gebe es wenig Neues: Die finalen Werte der Markit Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe würden bestätigen, es gebe eine Fortsetzung des robusten Wachstumspfads. Als positive Überraschung sei die Revision des italienischen Wachstums für Q1/2017 zu werten. In Q1 sei die Wirtschaft dort auf dem richtigen Weg gewesen. Die Probleme des Landes, insbesondere mit der hohen Verschuldung gemessen am BIP sowie des Bankensektors mit dem weiterhin großen Volumen an zahlungsgestörten Krediten, seien damit nicht gelöst.

Zusätzliche Unsicherheit dürfte es geben, wenn es im laufd. Jahr tatsächlich zu Neuwahlen kommen sollte. Aufgrund der Ergebnisse der jüngsten Umfragen bestehe die Sorge, europakritische Kräfte könnten eine Mehrheit erhalten oder zumindest als stärkste Kraft aus den Wahlen hervorgehen. Investoren würden die Entwicklungen im Land weiterhin sehr kritisch verfolgen.

Ohne Zweifel sei das Tagesereignis die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts. Aufgrund der seit gestern vorhandenen Erwartungshaltung sei nun durchaus eine Enttäuschung möglich. Allerdings sollte man nicht nur auf die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors schauen. Die Lohnentwicklung sei vielleicht sogar noch bedeutender als die Zahl neuer Stellen. Bisher bleibe der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne weit hinter dem zurück, was man aufgrund der Arbeitslosenquote sowie den Berichten über die Knappheit von Fachkräften habe erwarten dürfen. Das liege vor allem darin begründet, dass die weitaus überwiegende Zahl der Stellen im Dienstleistungssektor geschaffen werde, der tendenziell schlecht bezahlt werde.

Im Verarbeitenden Gewerbe würden dagegen nur wenig neue Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem würden die ersten Arbeitnehmer, die zur Generation der Baby-Boomer gehören würden, in Ruhestand gehen. Es würden also gut bezahlte Arbeitskräfte durch deutlich schlechter bezahlte ersetzt. Beides sollte nicht ohne Wirkung auf die Lohnentwicklung am Arbeitsmarkt bleiben. Erst wenn die Personalknappheit bei den "einfachen Jobs" angekommen sei, dürfte es also zu stärker steigenden Stundenlöhnen kommen. Auf die Politik der US-Notenbank werde der Arbeitsmarktbericht kaum Auswirkungen haben. Die Leitzinserhöhung Mitte Juni dürfte kommen, unabhängig davon, wie der Arbeitsmarktbericht letztlich ausfalle.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte aufgrund der Vorgaben aus dem asiatischen Handel mit leichten Verlusten in den Tag starten. Bis zum Arbeitsmarktbericht werde es sowieso kaum Aktivität geben. Erst danach dürfte sich das Handelsgeschehen beleben. Aufgrund des langen Wochenendes dürfte es jedoch eher zu Gewinnmitnahmen am Nachmittag kommen. Im Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future zwischen 161,45 und 162,70 bewegen. (02.06.2017/alc/a/a)





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