Renten: Der 26. Oktober 2017 ist rot im Kalender zu vermerken


08.09.17 12:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Erwartungsgemäß hat die EZB die Geldpolitik nicht geändert, so die Analysten der National-Bank AG.

Die entsprechenden Formulierungen in der Erklärung nach der Tagung des EZB-Rats seien gleich geblieben. Auch die Prognosen der EZB für Wachstum und Preise seien nur geringfügig verändert worden. Immerhin gehe die EZB für 2017 nun von einem Wirtschaftswachstum von 2,2% aus, was 0,3%-Punkte mehr seien als noch im Juni. Ansonsten seien die Wachstumsprognosen für 2018/19 gleich geblieben. Die Inflationserwartungen für 2018/19 seien leicht reduziert worden, was Mario Draghi explizit mit der Währungsentwicklung begründet habe. Die erhöhte Volatilität der Währung werde von der EZB durchaus als Risikofaktor gesehen. Doch "wirklich" zu beunruhigen, scheine es die Notenbanker nicht.

Über die Reduzierung des Anleiheankaufvolumens sei auf der Tagung des Rats gesprochen worden. Es seien vor allem die pro und cons verschiedener Exitstrategien diskutiert worden, ohne dass sich konkret auf etwas festgelegt worden sei. Die einzelnen Ratsmitglieder scheinen hier noch Erläuterungsbedarf zu haben, so die Analysten der National-Bank AG. Allerdings dürfte es auf der nächsten Tagung des EZB-Rats am 26. Oktober dann soweit sein: Zu diesem Zeitpunkt dürften die Anpassungsmaßnahmen aller Voraussicht nach veröffentlich werden.

Die Investoren hätten ihre eigenen Schlüsse daraus gezogen: Vorerst bleibe alles beim Alten, und die EZB werde sich sehr darum bemühen, keine Verwerfungen oder Verschärfungen der Finanzierungsbedingungen auszulösen. Die Folge seien Käufe von Staatsanleihen durch Investoren gewesen. Hier hätten vor allem die schwächeren Euroländer profitiert. So seien die Renditen 10-jähriger portugiesischer bzw. italienischer Staatsanleihen in der Spitze um 13 bzw. 12 Renditestellen gesunken. Heute könnten einige europäische Notenbanker durchaus gewillt sein, die Entscheidung der EZB zu kommentieren.

Aufgrund der Tagung des EZB-Rats sowie den Entwicklungen in Washington sei der katalonischen Parlamentsabstimmung zum Thema "Unabhängigkeitsvotum" vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit zu Teil geworden. Dass das katalonische Parlament mehrheitlich für die Durchführung einer Unabhängigkeitsabstimmung in der Region votiert habe, mache deutlich, dass der Euroraum weiterhin zahlreiche, nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Probleme habe. Das oberste spanische Gericht habe den Beschluss zwar ausgesetzt und prüfe seine Rechtmäßigkeit. Dennoch sollte die Entwicklung genau im Auge behalten werden. Daraus könne eine veritable politische Krise entstehen, die den ganzen Euroraum erfassen könne. Schließlich gebe es viele politische Kräfte, die den Euroraum sehr kritisch sehen würden.

Heute Morgen seien chinesische Außenhandelsdaten veröffentlicht worden, die kein klares Bild abgegeben hätten. Vermutlich sei der starke Anstieg der Importe erneut durch erhebliche Rohstoffimporte verursacht worden. Die deutschen Außenhandelsinformationen würden wieder dazu beitragen, dass es Kritik am deutschen exportgetriebenen Geschäftsmodell geben werde. Außerdem würden sich die Blicke Richtung Nordkorea richten. Wegen des dortigen Nationalfeiertags morgen, würden weitere Provokationen befürchtet.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit leichten Gewinnen starten und sich dann zwischen 162,20 und 163,60 bewegen. Gegen Abend wären Gewinnmitnahmen nicht überraschend. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 1,97 und 2,15% schwanken. (08.09.2017/alc/a/a)





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