Renten: Die 100-jährige Staatsanleihe aus Österreich erfreute sich sehr guter Nachfrage


13.09.17 11:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Bondkurse kamen gestern kräftig unter die Räder, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Sicherheit sei weniger gefragt gewesen. Zudem kam und kommt noch reichlich neues Material auf den Markt, so die Analysten der National-Bank AG. Neben der sehr gut aufgenommen 100 Jahre laufenden Staatsanleihe sei Österreich zusätzlich mit einer 5-jährigen Laufzeit aktiv gewesen. Außerdem habe Finnland emittiert. Heute würden Italien, Deutschland und Portugal (evtl. noch weitere Länder via Syndikat) dazu kommen, wobei der Renditeanstieg dazu beitragen dürfte, dass sich die Aufstockung der 10-jährigen Bundesanleihe relativ gut bewerkstelligen lassen sollte. Zusätzliche und neue Informationen habe es dagegen kaum gegeben.

In Frankreich formiere sich der Widerstand gegen die Arbeitsmarktreformen der Macron-Regierung in ersten größeren Demonstrationen. Da der Besitzstand derjenigen angegriffen werde, die einen festen Arbeitsplatz hätten, seien die Demonstrationen durchaus nachzuvollziehen. Ohne Angriff auf den Besitzstand werde es in Frankreich jedoch keine neuen Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und mehr Einkommen geben.

Dass der französische Präsident weiter an Beliebtheit verliere, spiele sowieso keine Rolle, da er zum einen über eine deutliche Mehrheit in der Nationalversammlung verfüge und zum anderen die Arbeitsmarktreform von seiner Regierung per Dekret umsetzen lassen könne. Da die Reformen in der Frühphase seiner Präsidentschaft angestoßen würden, könnte er vielleicht sogar noch die Früchte dieser Bemühungen während seiner Amtszeit erben.

Der EZB-Vize habe gestern nichts Neues zu berichten gehabt. Sollten die Investoren heute irgendwelche neuen Erkenntnisse vom EZB-Chefvolkswirt erwarten, so würden sie enttäuscht werden. Hinweise, wie es mit der Geldpolitik der EZB weitergehen könnte, werde es über das hinaus, was Mario Draghi auf der Pressekonferenz gesagt habe, nicht geben. Die europäischen Notenbankvertreter würden sich zu diesem Themenkomplex in Schweigen hüllen. Die Konjunkturdaten würden ebenfalls nur wenig hergeben. Die endgültigen Konsumentenpreisdaten für den August aus verschiedenen Euroländern würden keine neuen Impulse geben.

Beachtung werde am Nachmittag den US-Erzeugerpreisen zu Teil werden. Schließlich dürfte die Kernrate auf Jahresbasis die Marke von 2% wieder überschreiten. Die Investoren täten nach wie vor gut daran, Leitzinsschritte vor Juni 2018 einzupreisen. In den USA könnten Aussagen aus dem Weißen Haus, wonach die Steuerreform doch auf einem guten Weg sei und man bald mit einem Entwurf aus dem Kongress rechnen dürfte, dazu beigetragen haben, dass die Bondkurse unter Druck gesetzt worden seien. Einhellige Meinung scheine zu diesem Thema zu sein, dass ein Unternehmenssteuersatz von 15% ins Reich der Träume gehöre. Positive Nachrichten zur Steuerreform seien jedoch immer mal wieder verbreitet worden. Ohne Zählbares sollte man bei der Bewertung solcher Nachrichten vorsichtig sein.

Erwartungsgemäß habe die Aufstockung der 10-jährigen T-Notes die Kursnotierungen gestern Abend zusätzlich unter Druck gebracht. Das dürfte trotz des etwas höheren Renditeniveaus bei der Aufstockung der 30-jährigen T-Bonds nicht anders sein. Das US-Treasury werde Zugeständnisse machen müssen. Immerhin dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) heute Morgen mit leichten Gewinnen in den Tag starten. Belastungen durch die Aufstockung der 10-jährigen Bund sollten sich in Grenzen halten. Der Bund-Future sollte sich zwischen 161,30 und 162,80 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,08 und 2,22% schwanken. (13.09.2017/alc/a/a)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
163,07 € 163,19 € -0,12 € -0,07% 22.11./19:12
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €