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Renditen rauschen in den Keller - wichtige US-Daten im Fokus


12.07.21 14:55
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - "Die Flut hebt alle Boote". Dies ist - auch - ein Grund, wieso es in den vergangenen Wochen zu den deutlichen Renditerückgängen insbesondere bei den US-Treasuries kam, so die Analysten der Nord LB.

Denn die anhaltend hohe Liquidität der Notenbanken lasse nicht nur die Aktienkurse in die Höhe treiben, sondern auch die Rentenkurse. So habe das FOMC aber deutlich gemacht, dass die Bondnachfrage in Form des Quantitative Easing aufgrund der doch anhaltenden Unsicherheiten über die konjunkturelle Entwicklung wohl noch etwas länger beibehalten werden sollte. Entsprechend bleibe das hohe Aufkaufprogramm ein weiterer renditesenkender Faktor. Hinzu komme bei den US-Staatsanleihen offenbar die Einschätzung der Marktteilnehmer, dass mit den Anpassungen bei den Zinsprojektionen das FOMC ausreichend hawkish eingestellt sei, um längerfristig hohe Inflationsraten abzuwenden. Der Renditerückgang sei also ein Gemisch aus der kurzfristigen Hoffnung auf eine Fortsetzung der expansiven Geldpolitik und dem längerfristigem Grundvertrauen in die FED. In diesem Zuge seien die Renditen zehnjähriger US-Treasuries auf unter 1,30% gefallen.

Spannend werde am Mittwoch sein, was Jerome Powell vor dem Kongress aussagen werde (ehemalige Humphrey-Hawkins). Hinweise auf die Konjunktur- und Preistendenzen würden die in dieser Woche anstehenden Veröffentlichungen aus den USA liefern: Dabei werde am Dienstag auf die Verbraucherpreise, am Donnerstag auf die Industrieproduktion und am Freitag auf die Einzelhandelsumsätze zu blicken sein. Die Konsumentenpreise in den USA dürften zwar im Juni nochmals um 0,4% M/M gestiegen sein, entlastende Basiseffekte aus dem Vorjahr sollten aber die Jahresrate immerhin von der Spitze bei 5% wieder auf 4,9% Y/Y drücken. Die Inflationssorgen seien damit aber keinesfalls vom Tisch!

Erneut robust erwarten die Analysten der Nord LB die Industrieproduktionszahlen für Juni mit einem Plus von nochmals 0,9% M/M. Schwach - auf dem ersten Blick - dürften dagegen die Einzelhandelsumsätze ausfallen: Die Analysten würden mit einem Rückgang um 0,7% M/M rechnen, der aber vor allem einem Einbruch bei den Autoabsatzzahlen geschuldet sein dürfte. Exklusive dieses Faktors sollte ein Anstieg um 0,4% M/M möglich sein. Zudem würden einige Stimmungsumfragen aus den USA bereits für den Berichtsmonat Juli bekannt gegeben. Dazu würden die Unternehmensumfragen zum New Yorker Empire State Survey und der FED von Philadelphia sowie das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan gehören. (12.07.2021/alc/a/a)