Renditen der Benchmarkanleihen setzen ihre Abwärtstalfahrt weiter fort


02.09.19 12:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen setzten ihre Abwärtstalfahrt in der vergangenen Woche weiter fort: Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Bunds fiel zweitweise bis unter 0,72%, die Rendite amerikanischer Treasuries mit gleicher Laufzeit unterschritt kurzzeitig die Marke von 1,45%, so die Analysten der NORD LB.

Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen liege aktuell bei 218 Basispunkten. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA weise einen Spread von knapp 11 Basispunkten auf. Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der gleiche Term Spread bei 23 Basispunkten.

Die Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf der Weltwirtschaft treibe die Anleger unverändert in die sicheren Anlagen und damit in die deutschen Bundesanleihen und US-Treasuries. Hinweise auf die dabei ganz wichtige Konjunktur in den USA könnten in den kommenden Tagen Indikatoren aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten liefern. Dazu würden der ISM PMI, der ISM PMI Non-Manufacturing sowie der Arbeitsmarktbericht gehören. Während die Stimmungsumfragen vermutlich leicht zurückgehen würden, sollte der Beschäftigungsaufbau solide ausfallen und die Arbeitslosenquote konstant niedrig bleiben. Anzeichen auf erste signifikante Schwächetendenzen dürften Auswirkungen haben und die Renditen nochmals (leicht) nach unten drücken - unerwartete anhaltende Stärke in den Indikatoren könnten dagegen für die Anleger unvorbereitet kommen und zu anziehenden Renditen sorgen. Dagegen gelte es auch die Entwicklungen in Großbritannien zu beachten - das Parlament komme kurzzeitig aus der Sommerpause zurück - und in Italien, wo demnächst die koalierende Partei 5-Sterne über ein Zusammengeben mit den Sozialdemokraten abstimmen werde. Während also im Vereinigten Königreich die Brisanz in den nächsten zwei Monaten nochmals zunehmen dürfte, könnten die Spekulationen um Italien durchaus zurückgehen. Ansonsten richte sich bereits der Fokus auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank zu den Themen Zinssenkungen und Aufkaufprogrammen am 12. September.
(02.09.2019/alc/a/a)