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Renditeanstieg beunruhigt


01.10.21 10:31
Hamburg Commercial Bank

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die US-Renditen der zehnjährigen T-Notes sind in den vergangenen Tagen steil nach oben gegangen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.

Das sei nicht das erste Mal in der Corona-Zeit. Von August 2020 bis zum Frühjahr dieses Jahres sei es mit den Renditen fast unentwegt nach oben gegangen. Dann sei die Delta-Variante gekommen und es habe erste Anzeichen dafür gegeben, dass die US-Konjunktur an Tempo verliere, während die Notenbanker erfolgreich die Sorgen um eine anhaltende Inflation zerstreut hätten. Eine Straffung der Geldpolitik habe damals noch in weiter Ferne gelegen und im Ergebnis seien die Renditen wieder in den Keller gegangen, was viele Marktteilnehmer, auch die Analysten der Hamburg Commercial Bank, überrascht habe. Jetzt also ein erneuter Anlauf.

Gründe für höhere Renditen gebe es genug. An erster Stelle stehe die Quasi-Ankündigung der FED, noch in diesem Jahr mit der Reduktion der Anleiheankäufe zu beginnen (Tapering) und die Nettoankäufe bis Mitte nächsten Jahres auf Null zu reduzieren. An zweiter Stelle stehe die Inflation, die sich doch - das scheine sogar Christine Lagarde von der EZB zuzugeben - als hartnäckiger erweise als bislang erwartet. Im Ergebnis gebe es eine steigende Anzahl von Analysten - die Analysten der Hamburg Commercial Bank würden (noch) nicht dazugehören - die vor einer Stagflation warnen würden. Für Notenbanker und Asset-Manager wäre es die unbequemste Konstellation, die man sich vorstellen könne. (Ausgabe vom 30.09.2021) (01.10.2021/alc/a/a)