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Renditeanstieg in Polen wahrscheinlich


11.08.17 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In Polen legt das Statistikamt heute die detaillierten Daten zur Preisentwicklung im zurückliegenden Juli vor, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Nachdem die Preissteigerungen im Vormonat bei 1,5% in der Jahresrechnung gelegen hätten, habe die Behörde in einer ersten Schnellschätzung Ende Juli von einem Anstieg um 1,7% berichtet. Insofern würden die Marktteilnehmer jetzt vor allem Aufschluss über den überraschenden Preisauftrieb erwarten. Die Analysten würden im Detail von höheren Ausgaben für Nahrungsmittel als besonderem Preistreiber im Berichtsmonat ausgehen.

In Polen laufe die Konjunktur trotz allen politischen Wirren vergleichsweise robust, und die wirtschaftliche Stimmung sei tendenziell positiv. Die Analysten würden im laufenden Jahr ein sattes BIP-Plus von 4,0% erwarten (2016: 2,6%). Zusammen mit der ausgesprochen guten Auslastung am Arbeitsmarkt wäre dadurch die Wende zu einer restriktiven Geldpolitik gerechtfertigt. Bislang sei die Nationalbank von Polen jedoch bei ihrem neutralen Kurs geblieben. Die Währungshüter würden im laufenden Jahr eine Teuerung von 2,0% erwarten, und auf die sich trotz jüngster Beschleunigung deutlich unter dem Inflationsziel von 2,5% bewegender Preissteigerungen verweisen.

Zugleich würden die Marktteilnehmer bislang kaum das politische Risiko berücksichtigen, obwohl die EU-Kommission gegen Polen wegen einer umstrittenen Justizreform ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet habe. 5-jährige Staatsanleihen Polens etwa würden seit gut zehn Wochen seitwärts unter 2,7% rentieren. Insgesamt würden die Analysten bei polnischen Staatspapieren mit vor allem am langen Ende steigenden Renditen und einem dadurch künftig steilerem Kurvenverlauf rechnen. (11.08.2017/alc/a/a)