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Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen kaum bewegt


12.02.18 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In der Eurozone gibt es in den kommenden Tagen nur wenige relevante Datenveröffentlichungen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Erwähnenswert seien zunächst weitere (Länder-) Ergebnisse zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes im vierten Quartal. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2017 um 0,6% p.q. gewachsen sei. Positive Impulse dürften sowohl von den Konsumausgaben und den Ausrüstungsinvestitionen gekommen sein, sowie vom Außenbeitrag, der einen rechnerischen Wachstumsbeitrag von 0,2 Prozentpunkten geliefert haben dürfte. Für das laufende Quartal stünden die Vorzeichen erneut sehr gut. Stimmungsindikatoren und erste bereits vorliegende "harte" Konjunkturdaten würden auf eine Zunahme um 1/2 bis 3/4% zum Vorquartal deuten. Zwar würden sich auch in Italien Sentimentumfragen auf oder nahe mehrjähriger Höchststände befinden. Allerdings spiegle sich dies nur bedingt in den "harten" monatlichen Daten wie der Bauproduktion (Q4: -0,2% p.q.) oder den Einzelhandelsumsätzen (Q4: 0,0% p.q.) wider.

Alles in allem würden die Analysten davon ausgehen, dass das italienische BIP im vierten Quartal mit 0,4% p.q. genauso stark ausgeweitet worden sein dürfte wie im vorangegangenen Dreimonatszeitraum. Für die gesamte Eurozone dürfte der im Rahmen der vorläufigen Schnellschätzung für Q4 bekanntgegebene BIP-Zuwachs (+0,6% p.q.) bestätigt werden. Vor dem Hintergrund der bereits veröffentlichten BIP-Zuwachsrate in der Eurozone sei die Industrieproduktion der Währungsunion im Dezember nur von untergeordnetem Interesse. Gegeben der bereits vorliegenden Länderveröffentlichungen setze man einen Anstieg in Höhe von 0,3% p.m. an, was für das vierte Quartal einen Zuwachs von 1,3% p.q. bedeutet habe.

Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen habe sich in den letzten Tagen unter dem Strich kaum bewegt. Angesichts der von ihnen als gerechtfertigt angesehen Neubepreisung der Zinsaussichten in der Eurozone würden die Analysten alles in allem davon ausgehen, dass die zehnjährige deutsche Rendite bis Herbst in einer Bandbreite zwischen 0,4% und 0,9% pendeln dürfte. Die globale "risk off" Stimmung an den Märkten habe an Staatsanleihemärkten Südeuropas keine Spuren hinterlassen. So hätten sich die Risikoaufschläge (10J ggü. Deutschland) Spaniens, Italiens und Portugals seit Anfang Februar kaum bewegt. (Ausgabe vom 09.02.2018) (12.02.2018/alc/a/a)