RHI Magnesita: Nettoverschuldung von 754 Mio. EUR


16.10.20 12:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - RHI Magnesita N.V. (RHI) (ISIN NL0012650360/ WKN A2H5W8) deckt als vertikal integrierter Weltmarktführer im Feuerfestbereich die gesamte Wertschöpfungskette, von der Rohstoffproduktion über die Installation bis hin zum Recycling, ab, so der Finanzanalyst Georg Zaccaria von der Raiffeisen Bank International AG (RBI) Wien.

Mit den Segmenten Steel (69% Umsatzanteil GJ 2019) und Industrial (31%) würden Kunden aus der Stahl-, Zement, Kalk-, Nichteisenmetall-, Glas-, Energie-, Umwelt- und Chemieindustrie beliefert und serviciert. Bei 32 Produktions- und Rohstoff- sowie 70 Vertriebsstandorten in 39 Ländern weltweit würden Umsätze in Europa (26%), Nord Amerika (24%), APAC (21%), Süd Amerika (16%) und MEA-CIS (13%) erwirtschaftet. Die wesentlichen Endnutzermärkte seien u.a die Bau- (44%) sowie Automobilindustrie (17%). Mit Hauptsitz in Wien beschäftige RHI, das in der heutigen Form aus dem Zusammenschluss zwischen RHI und Magnesita in 2017 entstanden sei, mehr als 13.650 Mitarbeiter.

RHI habe im H1 2020 Umsätze in Höhe von EUR 1,2 Mrd. erzielt. Das entspreche einem Rückgang von -24% (vs. H1 19) resultierend aus einem COVID-19 bedingten geringeren Volumen (-13%) sowie niedrigeren Preisen (-5%). Auf adj. EBITA-Ebene sei dem Umsatzrückgang durch Einsparungen bei Rohstoffkosten und anderen Kostensparmaßnahmen entgegengewirkt worden. Das adj. EBITA habe sich dennoch um -43% auf EUR 133 Mio. reduziert, resultierend in einer adj. EBITA-Marge von 11,4% (vs. 15,2%).

Der von den Analysten der Raiffeisen Bank International AG berechnete Free Cashflow war dennoch weiterhin in Höhe von EUR 40 Mio. im H1 2020 bzw. in Höhe von EUR 180 Mio. (LTM H1 2020) und damit wie in der Vergangenheit positiv. Zwar seien die Capex im H1 2020 reduziert worden, der Fokus bleibe jedoch trotz COVID-19 auf den strategischen Wachstumsprojekten, um bei der langfristigen Strategie - Effizienzsteigerungspotenzial von EUR 125 bis 145 Mio. bis 2022 zu erzielen - auf Kurs zu bleiben. Für das GJ 2020 würden daher Capex in Höhe von EUR 150 Mio. (davon Maintenance Capex EUR 85 Mio.) erwartet. Die Dividendenzahlung sei zur Liquiditätsabsicherung bis auf weiteres eingestellt worden.

RHI habe sich per 30. Juni 2020 primär über ein OeKB Darlehen (39%), ein Schuldscheindarlehen (33%) sowie ein USD Darlehen (15%) finanziert. Zuletzt seien im GJ 2019 SSDs in Höhe von EUR 280 Mio. (Juli) sowie EUR 20 Mio. (Oktober) emittiert worden, dessen Erlöse teilweise zur Refinanzierung eines bestehenden SSDs genutzt worden seien. Insgesamt habe sich die Bruttoverschuldung den Berechnungen der Analysten zufolge auf EUR 1,3 Mrd. belaufen. In Verbindung mit liquiden Mitteln in Höhe von EUR 533 Mio. ergebe sich eine Nettoverschuldung in Höhe von 754 Mio. Das entspreche den Berechnungen der Analysten zufolge einer Net Gearing Ratio von 101% sowie einer Net Leverage Ratio von 2,4x.

RHI berichte ein Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA von 1,5x, deutlich unter dem in den Covenants definierten Grenzwert von 5,0x (präventiv bis Ende 2021 von 3,5x erhöht), aber am oberen Ende der konzerninternen Zielspanne von 0,5 bis 1,5x. Neben den bilanzierten liquiden Mitteln könne RHI auf eine EUR 600 Mio. RCF-Linie (2025) zurückgreifen, was den Cash-Polster auf EUR 1,1 Mrd. anhebe. Im H2 2020 und GJ 2021 stünden nicht vor rollbare Fälligkeiten in Höhe von EUR 16 Mio. bzw. EUR 41 Mio. an. Ein EUR 60 Mio. COVID-19 OeKB Darlehen werde im GJ 2022 fällig. (Ausgabe Oktober 2020) (16.10.2020/alc/a/a)

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